RadCity, Verkehr, Rund ums Rad, Termine, Reisen
07.02.2015

RadCity 1/15

erstellt von RadCity-Redaktion
RadCity 1/2015

RadCity 1/2015

Im Heft: Reisen, ADFC Radreise-Messe, Hamburg 2030 uva.

Reise: Dänische Radroute Nr. 3 
Von Skagen nach Flensburg

Reise: London 
Mit dem Brompton durch London: Very british!

Politik: Wahlprüfsteine 
Der große ADFC-Parteiencheck

Touren: Radtourenprogramm
Teil 1 des ADFC-Tourenprogramms 2015

Information: ADFC Radreise-Messe
Das Programm am 22. Februar im CCH

Verkehr: Hamburg 2030: Fahrradstadt?
Wohin entwickeln sich unsere Städte?

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Editorial
»Smart, nachhaltig und menschlich«

Würden Hamburgs Radfahrende die Parteien mit den fahrradfreundlichsten Programmen wählen, dann hätten wir nach dem 15. Februar eine Bürgermeisterin der Linken, die mit ihrem grünen Koalitionspartner einen Radfahrstreifen in der Straße An der ­Alster baut, richtig Geld in die Förderung des Radverkehrs steckt und Tempo-30-Zonen stark vergrößert. Bedauerlicherweise aber lassen sich vermutlich nicht alle HamburgerInnen von den Wahlprüfsteinen des ADFC inspirieren, sondern machen ihr Kreuzchen auch bei der SPD, die mit nur 3 von 9 Punkten ziemlich schlecht im Parteienvergleich abschnitt (siehe S. 10–11). Olaf Scholz beteuert zwar, den »Radverkehr in Hamburg massiv ausbauen« zu wollen – aber nicht auf Kosten des massiven Kfz-Verkehrs in der Stadt. Wie sich aber eine solche Verkehrspolitik anfühlt, die es allen recht machen will, ließ sich vor der Wahl im Harvestehuder Weg beobachten: Diese neue Fahrradstraße, ein Pilotabschnitt der »Alsterachsen«, mit denen Scholz & Co. den Radverkehr in Hamburg beschleunigen wollen, entwickelte sich zum Rohrkrepierer statt zum Wahlkampfschlager. Vom Springer-Blatt bis zum Fahrrad-Blog fielen alle über diesen »Flop« her. Die Idee, eine Fahrradstraße als »Kfz frei« auszuweisen und durch Auto-Parkplätze auf der Fahrbahn zum Slalomkurs zu machen, war vielleicht doch nicht so gut gewesen. Jetzt will die SPD nachbessern. Mal schau’n.

Nach seiner Wiederwahl wird Scholz vermutlich auch nicht mehr Rad fahren als vorher. Seine Kraft wird er u.a. für die Olympiabewerbung Hamburgs brauchen. Wer übrigens noch nicht begriffen hatte, warum es an der Elbe unbedingt IOC-Spiele geben muss, bekam im Abendblatt endlich eine Antwort, und zwar von Hamburger Werbern: »Wir sind Feuer und Flamme, weil Hamburg nur gewinnen kann.« So einfach ist das.

Selbst die Berufsoptimisten wissen aber natürlich, dass viele Menschen Großprojekten misstrauen, weil sie sich »um explodierende Kosten und entstehende Bauruinen, verstopfte Straßen und falsch investierte Millionensummen« sorgen. Als PR-Profis haben sie genau die richtige Medizin gegen diese Ängste: »Emotionen und Begeisterung«! Sie versichern, das Hamburger Olympiakonzept sei »smart, nachhaltig und menschlich«, und prophezeien, dass das Fahrrad zum wichtigsten Verkehrsmittel und zum Symbol menschlicher Spiele werde, da fast alle Wettkampfstätten im Umkreis von zehn Kilometern liegen.« Toll! Eigene Radspuren für fitte IOC-Funktionäre, Spitzensportler auf Super-Pedelecs (zur Regeneration), Lasten-E-Bikes für den Lieferverkehr der Olympia-Sponsoren und moderne, von Scharfschützen bewachte Abstellanlagen für die Titanräder betuchter Besucher aus Russland und Katar – ein Traum! Als HamburgerIn müssen Sie aus Sicherheits- und Platzgründen in den zwei Wochen leider aufs Radfahren verzichten und fahren am besten in Urlaub. Da lohnt sich jetzt schon am 22. Februar ein Besuch im CCH bei der ADFC Radreise-Messe (siehe S. 14–17). Neu im Programm: bewachtes Fahrradparken, Fahrrad-Codierung durch die Polizei und moderne Lastenräder zum Ausprobieren.

Dirk Lau