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11.02.2016

RadCity 1/16

erstellt von Redaktion RadCity

Eine Reise mit dem Bambusrad von Hamburg nach China, die ADFC Radreise-Messe, Singlespeed auf Amrum, Radtourenprogramm

Inhalt

Finkenwerder – Peking      
Karina und Tim Poser fuhren mit dem Bambusrad nach China

Mit dem Singlespeed-Klapprad auf Amrum

Radtourenprogramm Februar-Juni 2016

Radfahren mit Geflüchteten. Von Frauen für Frauen.

Appell des 13-jährigen Schülers Joël »Radfahren in Hamburg: Es muss sich etwas ändern«

ADFC Radreise-Messe 2016

»Läuft!« – Die neue ADFC-Kampagne

RadCity: Die Zeitschrift | Redaktion | Mediadaten 

Editorial

Radverkehrspolitik am Stammtisch "Fahrräder ge­hö­ren nicht auf die Haupt­verkehr­s­straßen, sondern auf Neben­­straßen!", ließ Fritz Horst Melsheimer, Präses der Han­dels­kammer Hamburg, die Ver­sammlung eines ehrbaren Kauf­manns zu Hamburg am Silvestertag wissen. Sein Rund­umschlag gegen Umweltverbände, gegen direkte Demokratie und gegen die Verkehrs­politik des Senats ist die übliche politische Stimmungsmache. Der "Experte für alles" (Abend­blatt), der bis 2011 für einen Versicherungskonzern arbeitete, kennt zwar "das Bedürf­nis nach einem Ausbau der Radwege". Aber der "Bau von Velorouten direkt auf den Fahrbahnen der Haupt­ver­kehrs­straßen" sei "lebens­gefährlich für die Radfahrer" und - wichtiger noch - ein "Hindernis für den Wirtschafts­verkehr".*

Angesichts des "Fahrradstadt"-Versprechens des Senats erklären derzeit Handelskammer, CDU, BLÖD und andere ewiggestrige Autolobbyisten jedem neuen Radstreifen und jeder neuen Fahrradstraße in Hamburg den Krieg. Sie klammern sich an Verkehrskonzepte aus dem letzten Jahrtausend und rufen reflexartig zum "Aufstand" gegen die Förderung des Radverkehrs auf, ob es jetzt das Rugenfeld in Osdorf oder die Walddörfer­straße in Wandsbek ist. Die Vorurteile, die dort hochgekocht werden, erinnern an den polnischen Außenminister, der sich jüngst vor einer "Welt aus Radfahrern und Vegetariern" fürchtete.

Mit ideolo­gi­schen Stamm­tischparolen lassen sich aber Hamburgs Verkehrsprobleme nicht lösen, sie verstärken vielmehr die ineffiziente Mobilität, von der die Stadt schon mehr als genug hat. Busverkehr steckt im Stau fest, Wirtschafts­verkehr wird aus­­gebremst, Radverkehr wird durch die an den Autoverkehr angepasste Infrastruktur gefährdet und zurück­gedrängt. Sonntagsreden wie die von Melsheimer tragen nur zu einer weiteren Ver­schlech­terung des Verkehrs­klimas auf Hamburgs Straßen bei. Gewonnen hätten die Ewiggestrigen leider schon, lieferten sie dem Senat Vorwände, die Fahrrad­stadt lediglich in einer Light-Version zu bauen. Der Senat darf aber nicht zurück­rudern, nur weil aufgeregte Geschäftsleute sich vor Fahrradstraßen fürchten oder ein Handels­kammerpräses sein rückständiges Denken in Worte fasst.

Dirk Lau

* zitiert nach veek-hamburg.de