RadCity
03.02.2013

RadCity 1/2013

erstellt von RadCity-Redaktion
Mitgliederzeitschrift des ADFC Hamburg: RadCity 1/2013

RadCity 1/2013

Radreise-Messe, Fahrradklimatest, Touren rund um Hamburg, Buchbesprechungen ... Die neue RadCity berichtet wieder umfassend und aktuell rund ums Radfahren in Hamburg.

RadCity-Umfrage 
Klimawandel? Nicht in Hamburg! – Fahrradklimatest 2012
Die ReiseradlerInnen auf der ADFC Radreise-Messe 
Reiseradler Herbert Kock im Interview
Ausstellerliste, RadelReisen, Elbe-Elster-Land e. V.
Vorträge auf der ADFC Radreise-Messe
ADFC-Radtourenprogramm
Radfahrfreu(n)demetropole – Touren in der Metropolregion
Bücher & Riegel – Produktkritiken: 
Amsport Proteinbar  
Buch: Emanuel Amon: Velobuch  
Buch: Egbert Kossak: 1100 Jahre Stadtbild Hamburg 
Broschüre »Parken ohne Ende«   
Historische Fahrräder (4): Draufgänger auf zwei Rädern

STÄNDIGE RUBRIKEN
Kurzfutter
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Editorial: Nichts Neues im Norden

Der ADFC Fahrradklima-Test 2012 bestätigt, was viele schon wussten: Deutschlands Radfahrerinnen und Radfahrer sind unzufrieden, ihre Stimmung ist seit der letzten Umfrage 2005 merklich gesunken. Die Fahrradfreundlichkeit von 80 beteilig­ten deutschen Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern wird von ihnen nur noch mit »ausreichend« (3,94) bewertet. Besonders schlecht gelaunt sind mal wieder Hamburgs Radfahrer: In der Rangliste der 38 Großstädte mit mehr als 200.000 Einwohnern landet die Hansestadt mit der Note 4,40 auf dem 34. Platz. Sieben Jahre nach dem letzten Platz in der Umfrage 2005 ist an der Elbe ein Klimawandel nicht in Sicht. Andererseits rufen immer mehr Menschen nach besseren, freundlicheren Verkehrs- und Lebensverhältnissen, nach autofreier City ohne Stau, Lärm und Dreck, nach umweltfreundlicher Mobiliät mit Spaß, wie sie viele Tausende den miesen Bedingungen zum Trotz nicht nur jeden letzten Freitag im Monat schon praktizieren.

Politiker glauben vielleicht, solche Stimmungen (noch) ignorieren zu können. Ein rotgrüner Vorstoß auf Bundesebene, Tempo 30 zur Regelgeschwindigkeit innerorts zu machen, versickerte spätestens am Elbstrand. So wird sich – trotz einiger guter Ansätze und den Bemühungen von Einzelkämpfern in den Behörden – wenig auf Hamburgs Straßen ändern. Hier mal eine Fahrradstraße, dort mal ein Radfahrstreifen reichen eben nicht, wenn parallel dreistellige Millionenbeträge für eine stadtweite Beschleunigung des Bus- und Autoverkehrs ausgegeben und die ohnehin sehr dünne Personaldecke im Radverkehrsbereich abgebaut werden.

Die sozialdemokratische Zauberformel – Wirtschaft, Wachstum, Wohlstand – blendet wichtige Dinge aus: Wohn- und Aufenthaltsqualität, sicherer Straßenraum für Kinder und Senioren, bezahlbare Mobilität für alle. Wenn schon nicht von oben, dann kann sich das Verkehrsklima auch »von unten« ändern. Vielleicht stimmt schon bald die kritische Masse der Hamburgerinnen und Hamburger darüber ab. Immerhin sollten etwa 80 Prozent von ihnen ein Rad haben, mit dem sie ins Wahllokal fahren könnten.

Dirk Lau, stellvertretender Vorsitzender des ADFC Hamburg