RadCity, Verkehr, Rund ums Rad, Termine, Reisen
08.06.2015

RadCity 3/15

erstellt von RadCity-Redaktion
RadCity 3/2015

RadCity 3/2015

Im Heft: Lkw, toter Winkel, Bürgerbeteiligung, Warnwesten, Radtourenprogramm uvm.

Inhalt

 

Verkehrssicherheit: Lkw fahren
Drei Stufen hinauf in eine andere Welt

Interview: Straßengüter-Verband
»Vor der Abfahrt Spiegel checken«

Politik: Stadtentwicklung 
In Zukunft mehr Bürgerbeteiligung

Touren: Radtourenprogramm 
Das ADFC-Tourenprogramm bis Februar 2016

Forschungslage: Warnwesten I
Ich sehe nichts, was ich nicht seh

Psychologie: Warnwesten II
Vom Märchen der Warnwesten als Unfallschutz

Reise: Dänemark
Mit Rückenwind ins Einmannzelt

Information: Hamburg 2030
Vision Zero

ADFC-Radtour: »Rund um Fehmarn«
Fotoshooting Fehmarn

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Editorial

Fahrradstadt à la Hamburg

Kaum ein Thema erhitzt die Gemüter der Hamburger so sehr wie Verkehrspolitik. Im Interview mit dem Abendblatt erklärte nun Bürgermeister Olaf Scholz, wie er die Situation für Auto- und Radfahrer verbessern möchte. Autofahrern müsse zugunsten von Radfahrern Platz weggenommen werden. Die Sperrung des Neuen Pferdemarkts für Autos sei daher richtig gewesen. Sperrung des Neuen Pferdemarkts? Nein, Scherz – nicht aus Hamburg stammt diese Meldung, sondern aus Osnabrück. Dessen Stadtbaurat Frank Otte verriet der Lokalzeitung, warum das Verkehrsklima in seiner Stadt so gereizt sei: »Das liegt an der Raumverteilung und am Selbstverständnis der Autofahrer, die lange bevorzugt wurden. Wir wollen Radfahrern aber mehr Fläche zur Verfügung stellen. In der weiteren Entwicklung geht es darum, den motorisierten Verkehrsteilnehmern Raum zu nehmen.« Angesichts der »vielen Autofahrten in der Stadt, die nicht nötig sind und mit dem Rad oder ÖPNV möglich sind«, sei das unumgänglich. Klare Worte.

Und in Hamburg? Ziel des neuen rot-grünen Senats sei es, so Scholz, der zwar aus Osnabrück kommt, aber in der Autostadt Hamburg aufgewachsen ist, »dass jeder gut und schnell durch die Stadt kommt, ganz gleich mit welchem Verkehrsmittel oder in welcher Kombination. Wir werden den Bürgerinnen und Bürgern hier keine Vorschriften machen, sondern daran arbeiten, die Attraktivität aller Angebote zu erhöhen.« Ob dieser Versuch, es allen recht machen zu wollen, aber nichts richtig, die Verkehrswende bringt? In seiner Regierungserklärung vom 6. Mai 2015 hielt sich Scholz nicht lange bei der Verkehrspolitik auf, die nach wie vor vom parteilosen Wirtschaftssenator Horch gelenkt wird: »Zentrale Stichworte sind der Ausbau des Bahngüterverkehrsknotens Hamburg, der achtspurige Ausbau der A 7, die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße und der Bau der A 26 auf Hamburger Gebiet.« Immerhin nennt Scholz dann den Begriff, der als größter, wenn nicht einziger Wahlerfolg seines grünen Koalitionspartners gilt: »Und wir werden Hamburg systematisch zu einer Fahrradstadt machen. Wir werden in jedem Jahr Radwege sanieren oder neu schaffen und wollen offensiv neue Stationen im StadtRad-Netz errichten.« Fahrradstadt made in Hamburg: Der Autoverkehr rollt.

Dirk Lau