RadCity
02.06.2013

RadCity 3/2013

erstellt von RadCity-Redaktion
Mitgliederzeitschrift des ADFC Hamburg: RadCity 3/2013

RadCity 3/2013

Mit dem Schwerpunkt »Lastenräder« kommt die neue RadCity. Ein Bericht über die Höltigbaumtour, ein Interview zur Radreise Hamburg – St. Petersburg, Kolumne, Glosse, Kurzmeldungen, Tourenprogramm: ein volles Heft.

Das perfekte Paar – DPD kombiniert Rad und Lieferwagen
City-Flitzer – Elektro-Lastenrad bei der Kurier AG
Alles easy? – Lastentransport und Kurierdienst bei Post und Telekom
Pimp my City! – Bezirksgruppe Mitte des ADFC
Radtourenprogramm bis Februar 2014 (z. Z. oben auf der Zielseite als PDF)
Fahrradsternfahrt am 16. Juni
Von Wandsbek übern Höltigbaum – Ein Tourenbericht.
ADFC Radreise Hamburg – St. Petersburg
 – Gespräch mit Inge Hauer von der »Landpartie«
Historische Fahrräder (6): Radfahrverordnung auf Abwegen (1)
Glosse: Eine schizophrene Bahn

STÄNDIGE RUBRIKEN

Kurzfutter
Kolumne GPS am Rad
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Editorial
Paket-Irrsinn

»Ich zieh' hier aus! Die klingeln jeden Tag zehn Mal!«, klagt die selbstständige Webdesignerin aus Eimsbüttel. Sie hat das Pech, im Erdgeschoss zu wohnen und tagsüber oft zu Hause zu arbeiten. Die Paketzusteller von UPS, DHL, Hermes, DPD geben sich die Klinke in die Hand: »Könnten Sie für Ihre Nachbarin wieder ein Paket entgegennehmen?«

Des einen Leid ist des anderen Freud: Vorbei sind die Zeiten, als nur die Post ihren »Service« anbot. Für den Empfänger oft verbunden mit der Folge, Kilometer weit fahren zu müssen, um das verpasste Paket doch noch zu bekommen: »Aber nicht vor morgen und nicht vor 17 Uhr«.

3, 2, 1 ... meins. Und schon wieder geht ein Päckchen auf die Reise. Nicht nur die Auktionsplattformen, sondern auch Amazon, Zalando, der Musikinstrumentenhändler oder der Erdbeerpflanzen-Hof im Nachbardorf: Alle verschicken, was das Zeug hält. Für den Kunden ist das komfortabel: Wenn's nicht gefällt, schicken sie den Karton halt wieder an den Absender zurück. Nach Recherchen des WDR geschieht das in Deutschland jeden Tag (!) mit 800.000 Paketen. 400.000 t CO2 fallen dabei pro Tag an.

Für die Paketdienstanbieter ist der Onlinehandel natürlich eine Goldgrube. Die Jobs, die dadurch bei »Subunternehmern« geschaffen wurden, sind allerdings oft genug prekär, schlecht bezahlt und unterliegen einem enormen Termindruck.

Wir haben für diese RadCity mit Menschen gesprochen, die den Päckchen auf ihrem Weg zum Kunden den letzten Dienst erweisen: den Transport bis an die Wohnungstür. Alle unsere Protagonisten liefern dabei mit dem Rad aus.

Das löst immerhin einen Teil der immensen Verkehrs- und Umweltprobleme, die mit dem massenhaften Versandirrsinn verbunden sind. Ideal wäre es, wenn die Kunden sich mmöglichst oft selbst aufs Rad schwängen und ihre Konsumbedürfnisse vor Ort im Laden erledigten.

Ulf Dietze, Redaktion RadCity