RadCity
11.08.2013

RadCity 4/2013

erstellt von RadCity-Redaktion
Mitgliederzeitschrift des ADFC Hamburg: RadCity 4/2013

RadCity 4/2013

Unser Heft hat diesmal die »Radschnellwege« zum Schwerpunkt. Aber auch Busbeschleunigung, Mallorca und die Vierlande kommen zu ihrem Recht ...

Die »Autobahn« fürs Fahrrad
Interview: Radschnellwege in Hamburg
Radschnellweg Alsterdorf – Norderstedt
Busbeschleunigung im Univiertel
ADFC-Radtour: Per Rennrad durch Kulturlandschaften
Macht Hamburgs Radverkehr Fortschritte? – Zwischenbericht Radstrategie
Weniger Politik – mehr Politik – Ergebnisse der LeserInnenbefragung
Garten statt Garage – autofreie Mitte Altona
Auf Jan Ullrichs Spuren – Radlerparadies Mallorca
Was auf die Kette bekommen – Vorstandsbericht

 

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Editorial
Ausgebremst und abgeschreckt

Hamburg, meine Perle. Wie schön könnte es hier für Radfahrer sein: Schiffchen, Hafenflair, die Alster und die Elbe, außerdem liebliches Grün, hier und da Sehenswürdigkeiten, das hanseatische Etwas und den König der Möwen. Fürs Pedalieren müsste das weitgehend platte Land eigentlich ideal sein. Doch platt sind in Hamburg eigentlich nur die Ausreden, mit denen Politiker und Behörden dem innerstädtischen Radverkehr immer wieder Stöcke in die Speichen stecken. Auf Seite 14 hat Merja Spott das Papierdeutsch des Fortschrittsberichts der Behörden zum Radverkehr übersetzt. Hamburger Radler bewegen sich zwischen zart keimender Hoffnung und verständnislosem Kopfschütteln vor so viel Nichtstun.

Unterstützt wird die Radverhinderungs-Politik aber auch von Gerichten. Etwa durch ein Urteil, das die Helmpflicht durch die Hintertür einführt, indem es von »verständigen« Radlern das Helmtragen verlangt. Richter dürfen – auch »unverständig« – weiterhin helmfrei urteilen. Amrey Depenau malt in der Kolumne auf Seite 19 an die Wand, was das Skandalurteil noch bedeutet. Helm auf zum Gebet?

Ach ja, und wozu »verständige« Planung von Verkehr in Hamburg führt, lesen sie auf Seite 11. Thema: Die Bus-Spur im Uni-Viertel. Ziel erreicht: Radverkehr ausgebremst, Radler abgeschreckt. So wie auch Auto-optimierte Ampelschaltungen, lebensgefährliche Radwege, unsinnige Haltelinien und irrwitzige Sperrzeiten-Regelungen für den Öffentlichen Nahverkehr oder vollgestopfte Waggons und Busse nicht wenige quasi aus Notwehr zum Auto greifen lassen.

Radschnellwege sind ein probates – nicht bloß im Verhältnis zur Elbphilharmonie – günstiges Mittel, mehr Menschen aufs Rad zu bringen. Ganz besonders jene, die innerhalb der Stadt ordentlich Strecke machen müssen. Auf Seite 7 fragt die RadCity, ob auch Hamburg nun endlich die versprochenen Routen bekommt. Zum Appetitmachen beschreibt Susanne Elfferding ab Seite 6, wie das in Amsterdam, aber auch in fortschrittlicheren Bundesländern wie NRW und Niedersachsen funktioniert – zum Schnäppchenpreis. Und für Hamburger Behörden hat Ole Burmester auf Seite 9 einen löffelfertigen Radschnellweg von Alsterdorf nach Norderstedt skizziert. Mal darüber nachdenken? Aber nicht so lange, diesmal.

Michael Link, Redaktion RadCity