RadCity, Verkehr, Rund ums Rad, Termine, Neues im ADFC, Reisen
07.10.2015

RadCity 5/15

erstellt von RadCity-Redaktion
RadCity 5/2015

RadCity 5/2015

Im Heft: Stresemannstraße, Lasternrad-Projekt »Klara«, Velorouten, Landesversammlung, Recht, Reise, Tour

Inhalt

 

Verkehrspolitik: Die »Strese« – Abenteuer und Ärgernis 
Eine Zumutung für Hamburgs RadlerInnen

Transport: Klara schleppt was weg
Das kostenlose Lastenrad für Hamburg

Velorouten: Entspannt und schnell  
Wie es jetzt weitergeht

ADFC: »Wir erwarten viel!«
Von der Landesversammlung

Recht: Wenn es kracht
Die Regulierung von Unfällen

Reise: Hamburg – Lissabon
Einfach mal richtig weit weg fahren

Radtour: Schweden und Häfen
Stade – Bremervörde – Teufelsmoor

Information: Hamburg 2030
Fahrrad passt immer

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Editorial

Olympia: Risiken und Nebenwirkungen

Am 29. November dürfen die Hamburger*innen in einem Bürgerschaftsreferendum über die Olympiabewerbung ihrer Stadt abstimmen. Olympia soll 2024 nach Hamburg kommen, so will es die ganz große Koalition von SPD, Grünen, CDU, AfD, Unternehmensverbänden, Senat, Handelskammer und Sportfunktionären. Die Jugend der Welt soll in der schönsten Stadt der Welt die olympische Idee feiern. Wer könnte etwas dagegen haben? Eine solche Chance gibt es nur einmal – ganz Hamburg ist »Feuer und Flamme«! Ganz Hamburg? Nein, einige kleine Interessengruppen sind emotional noch nicht völlig entflammt. Aber nicht nur Umweltverbände melden Bedenken an, auch Gewerkschaften und Kirchenorganisationen warnen vor den Risiken einer Olympiabewerbung für die Stadt. Und Hamburgs Landesrechnungshof hält das Kostensteigerungsrisiko bei Olympia für unkalkulierbar: Zum Zeitpunkt der Abstimmung gibt es keine verlässlichen Zahlen und Aussagen darüber, was Olympia kostet. Klar ist nur, dass die Gastgeberstadt die gesamtschuldnerische Haftung für Ausrichtung und Ablauf der Spiele übernehmen muss. Die Stadt solle sich daher, so der gemeinsame Nenner aller Kritiker, zumindest eine Ausstiegsklausel aus der Olympiabewerbung auch nach dem 29.11. offenhalten.

Was hat das alles mit Radverkehr zu tun? Glaubt man den Ankündigungen aus dem Rathaus, dann werde Olympia den »Durchbruch Hamburgs zur Fahrradstadt beschleunigen«. Es sollen die »nachhaltigsten Spiele aller Zeiten« und »Spiele der kurzen Wege« werden, heißt es. Ganz unerschrockene Umweltsenatoren versprechen sogar eine »autofreie City« (während der 16 Spieltage). Das Mobilitätskonzept aber, das die zehnköpfige Abteilung »Transport für Olympia« in der Verkehrsbehörde zusammen mit einem Ingenieurbüro derzeit austüftelt, dreht sich nur um die Frage, wie Hamburg die Besucherströme während der Spiele lenkt und welche Straßen für die »olympische Familie« gesperrt werden müssen. Was aber passiert bis 2024? In welchem Ausmaß wird der Autoverkehr zunehmen, wird es mehr Lkw in der Stadt geben, wie wirkt sich der »Olympia-Verkehr« auf die Verkehrssicherheit auf Hamburgs Straßen aus? Fragen, die aufgrund des engen, vom IOC vorgegebenen Zeitplans, unbeantwortet bleiben.

Zu befürchten ist, dass der motorisierte »Olympia-Verkehr« die Attraktivität und die Sicherheit des Radverkehrs in Hamburg verschlechtern wird. Und das schon lange vor 2024. Skeptisch gegenüber den Versprechungen des Senats macht auch, dass es die Stadt in der Vergangenheit nicht geschafft hat, Großveranstaltungen fahrrad- und umweltfreundlich durchzuführen, sei es der Kirchentag, der Hafengeburtstag, die Cruise-Days oder der Hamburg-Marathon. Eine Zunahme des motorisierten Verkehrs in der Stadt im Zeichen von Olympia ist aber nicht mit dem Ziel des Senats vereinbar, Hamburg zur »Fahrradstadt« auszubauen.

Dirk Lau

Die komplette Stellungnahme des ADFC-Vorstands zu Olympia