RadCity, Verkehr, Rund ums Rad, Termine, Reisen
03.12.2014

RadCity 6/14

erstellt von RadCity-Redaktion
Cover RadCity 6/2014, Olaf Scholz

RadCity 6/2014

Im Heft: Interview mit Bürgermeister Olaf Scholz, Busbeschleunigung, Tourenberichte, FahrradGarderobe uvm.

Verkehr: Interview mit Olaf Scholz
»Machen!«

Verkehr: Verkehrsplanung aktuell
Was bringt uns die Busbeschleunigung

Verkehr: Diskussion mit Parteien
Wer traut sich was?

ADFC-Tour: Zum Schiffshebewerk
96 Kilometer, ohne dass man’s merkt

Radreise: Norddeutschland
Elberadweg und Nordsee kombinieren

Service: Fahrrad-Garderobe
Sorgenfrei zum Festival

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Editorial
Haben wir eine Wahl?

Lasst uns den Radverkehr in Hamburg massiv ausbauen, aber nicht auf Kosten der anderen Verkehre – diese zentrale Botschaft von Bürgermeister Olaf Scholz (s. das Interview auf den Seiten 6 bis 10) klingt wie der Wunsch nach der Quadratur des Kreises. Der SPD-Mann gibt sich im Interview als jemand, der quasi überparteilich alle Interessen gleichermaßen berücksichtigen will, der den einen was geben, aber den anderen nichts wegnehmen will. Als Realpolitiker mit dem Image des »Machers« sagt er, nur das zu versprechen, was er auch einhält, oder andersrum: nur das einzuhalten, was er auch versprochen hat.

Das Bekenntnis von Olaf Scholz zu einem »viel mehr« an Radverkehr in Hamburg ist dennoch nicht zu überlesen, auch müssen die Maßnahmen der letzten Monate nicht zwanghaft kleingeredet werden. Mehr Radfahrstreifen, mehr Fahrradstraßen, mehr Platz für den hoffentlich noch weiter wachsenden Rad- und Fußverkehr auf Hamburgs Straßen – wie soll das aber gehen, wenn die anderen Verkehrsmittel nichts abgeben sollen? Radfahrstreifen an der Alster funktionieren doch nur, wenn der Autoverkehr nicht weiter auf sechs für ihn reservierten Spuren wie jetzt unterwegs ist.

Bei aller Skepsis gegenüber der Politik des »Scholzomaten«: Hamburgs Erster Bürgermeister scheint in Sachen Radverkehrsförderung weiter zu sein als so mancher verkehrspolitische Sprecher aus den eigenen Reihen und aus denen einiger Oppositionsparteien. Auf der ADFC-Podiumsdiskussion »Wer traut sich was?« (s. S. 13) trauten sich SPD, CDU und FDP nur wenig. Zwar sprechen sich alle für mehr Radverkehrsförderung aus, aber sobald’s etwas konkreter wurde, kamen die alten Bedenken und Ängste vor Besitzstandsverlust hoch. Ob so aus der Autostadt Hamburg eine »Mobilitätsstadt« wird, wie’s jetzt bei Automanagern und grünen Oberbürgermeistern heißt, oder gar eine Fahrradstadt? Eher nicht.

Die Wahlprüfsteine, die der ADFC Hamburg den Bürgerschaftsparteien vorgelegt hat, werden rechtzeitig vor der Wahl am 15. Februar 2015 auf hamburg.adfc.de veröffentlicht. Dann mag jeder Radfahrer für sich selbst entscheiden, welcher Partei er es am ehesten zutraut, den Radverkehr in Hamburg voranzubringen.

Dirk Lau