Reisen, Termine, Rund ums Rad, RadCity, Neues im ADFC, Verkehr
30.11.2015

RadCity 6/15

erstellt von RadCity-Redaktion

Im Heft: Interview mit Dennis Thering (CDU), BikeCitizens-App, Räder für Flüchtlinge, Lissabon-Reise, Jugendgruppe, Fahrradhäuser in HH-Nord uvm.

Inhalt

 

 

Radfahrten erfassen: Hamburgs Heatmap  
BikeCitizens will bei Radverkehrsplanung helfen

Verkehrspolitik: Interview mit Dennis Thering (CDU)
»Das Auto ist ein wichtiger Verkehrsträger«

Jugend: Die FahrradFreunde laden ein  
Jugendgruppe sucht MitstreiterInnen

Reise: Hamburg – Lissabon
So viele freundliche Menschen

Hilfe: Initiative
Westwind – Fahrräder für Flüchtlinge

Fahrradhaus: Weg von der Laterne
HH-Nord vereinfacht Antragsverfahren

Information: Hamburg 2030
Radverkehr ganzheitlich

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RadCity: Die Zeitschrift | Redaktion | Mediadaten 

Editorial

Da tut sich etwas

In Wandsbek gibt es nun ein bezirkliches Radverkehrskonzept. Sechs Korridore zeigen, wo einmal eine bezirkliche Veloroute verlaufen soll. Bei drei der Strecken besteht Aussicht, dass sie zügig in Angriff genommen werden.

Auf Landesebene beschäftigen wir uns in einer Projektgruppe und in den ADFC-Bezirksgruppen mit dem Thema »Senats-Velorouten«. So bezeichnen wir jene Strecken, die ursprünglich aus dem Baubehörden-Konzept des Jahres 1998 stammen. Im Koalitionsvertrag setzt sich der Senat zum Ziel, alle Routen bis zum Ende der Legislaturperiode fertigzustellen. Wenn man bedenkt, dass die Ertüchtigung einer längeren Strecke in die Zuständigkeit ganz unterschiedlicher Behörden und Bezirke fällt, wird klar, dass das eine große Aufgabe ist. Wir unterstützen mit konstruktiven Vorschlägen. Dass es nun mit Kirsten Pfaue eine Radverkehrskoordinatorin gibt, die diese und andere Projekte steuern soll, erscheint angesichts der Dimensionen absolut notwendig.

Viele Jahre lang haben wir uns dafür eingesetzt, dass Radfahrstreifen auf der Fahrbahn zur Regellösung in Hamburg werden. Die Nachteile von baulich getrennten Radwegen haben wir in der RadCity schon oft dargestellt. Tatsächlich stimmen die mittlerweile gebauten Radfahrstreifen und die diversen Planungen für weitere Straßen zuversichtlich. Zwar finden wir immer irgendetwas in einer konkreten Straßenplanung, was wir kritisieren müssen. Z. B. wenn der Erhalt einer möglichst großen Zahl von Autoparkplätzen als höheres Gut gilt als die Sicherheit des Radverkehrs. Aber die Richtung stimmt.

An der U-Bahnhaltestelle Saarlandstraße gibt es seit Kurzem die erste Bike and Ride-Anlage nach neuem Konzept. 132 B+R-Anlagen sollen folgen. Die Stadt geht dabei realistisch vor, zählt korrekt und wild geparkte Räder zusammen und plant noch einen Aufschlag von 100 %, weil sich der Radverkehr schließlich verdoppeln soll. Die Saarlandstraße zeigte schon nach wenigen Tagen, dass selbst bei Regenwetter diese Auslastung schon heute beinahe erreicht wird. Hamburgs Radverkehr nimmt zu!

Und dann treffen wir uns mit Dennis Thering, dem verkehrspolitischen Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion (Interview ab Seite 6). Nun war der Autor dieser Zeilen nur als Fotograf beim Interview dabei. Aber was hier zur Radverkehrsthematik kam, wirkte gestrig. Auch in der Bezirksversammlung Wandsbek, anlässlich der Vorstellung des Radverkehrskonzepts, kamen von der CDU Argumente, wie wir sie schon vor 20 Jahren hörten. Da wundert es auch nicht, dass einige Wandsbeker CDU-Bezirksabgeordnete jüngst eine Anfrage stellten, ob denn die Radwegebenutzungspflicht in der Anderheitsallee aufgehoben sei. Und seit wann denn. Dabei hatte die Straße noch nie Radwege. Wenn man sich so wenig mit Radverkehr auskennt, überlässt man vielleicht besser Fachleuten das Feld ...

Es gibt noch unglaublich viel zu tun, weil Jahrzehnte lang autoorientiert ge­plant wurde. Und es gibt auch heute noch Entscheider, die eher aus dem Bauch heraus als mit Fachlichkeit auftrumpfen. Doch man darf anerkennen, dass sich etwas zum Positiven verändert.

Ulf Dietze