Verkehr
07.01.2016

Radfahren im Winter

erstellt von Stefanie Miczka

Mit dem Jahreswechsel kam auch der Winter nach Hamburg. Doch trotz erschwerter Straßenverhältnisse muss das Fahrrad keine Pause machen – gut ausgerüstet lässt sich auch bei Schnee, Eis und Dunkelheit sicher und zügig Radfahren. Pünktlich zum Wintereinbruch hat auch die Stadt Hamburg die neuen Winterdienstkarten für den Radverkehr veröffentlicht.

Die Stadt Hamburg hat das Streckenetz überarbeitet, welche Wege für den Radverkehr im Winter geräumt und gestreut werden. Dabei wurde die »Räumstrecke«, also das Netz mit Winterdienst für den Radverkehr, immerhin um 40 km auf nun insgesamt 190 km gegenüber dem Vorjahr verlängert. Dabei zählen Straßen doppelt, bei denen auf beiden Seiten geräumt wird. Auf www.hamburg.de/winterdienst lassen sich Karten herunterladen, auf denen die Strecken mit Winterdienst für den Radverkehr eingezeichnet sind. Sie zeigen, dass sich das Netz auf die Innenstadt konzentriert, das so genannte Kerngebiet. Neu hinzugekommen sind aber beispielsweise die Verbindungsstrecken über die Elbe nach Wilhelmsburg und Harburg. Das Netz und auch die Qualität des Winterdienstes sind also noch ausbaufähig. Vorbild ist und bleibt Kopenhagen in Dänemark. Dort werden die Radverkehrsanlagen vor den reinen Fahrbahnen geräumt und sind in der Regel auch morgens zu Beginn des Berufsverkehrs bereits gut nutzbar.

Denn Schneematsch oder Eis können Radfahrende ganz schön ins Schleudern bringen. Daher gilt:  Abstand halten, Tempo reduzieren. Bei fester Schneedecke und Glätte sollte man in Kurven weder treten noch bremsen. Lässt sich das Bremsen nicht vermeiden, muss es früh und maßvoll geschehen. Auf Glatteis sollte man möglichst nicht lenken, sondern ohne zu bremsen ausrollen.
Viele Alltagsradfahrer schwören im Winter auf Spikes, die am Fahrrad erlaubt sind. Der Fachhandel bietet eine große Auswahl – angefangen bei Mänteln mit wenigen Spikes am Rand bis hin zur Variante, mit denen man auch entspannt auf zugefrorenen Seen radeln kann.
Was viele nicht wissen: Radfahrende dürfen auf der Straße fahren – es sei denn, dass ein vorhandener Radweg durch das blaue Verkehrszeichen als benutzungspflichtig gekennzeichnet ist. Ist ein solcher benutzungspflichtiger Radweg aber nicht geräumt und damit unbenutzbar, empfiehlt der ADFC, zur eigenen Sicherheit auf die geräumte Fahrbahn auszuweichen.

In der dunklen Jahreszeit ist außerdem eine funktionierende Lichtanlage besonders wichtig – viele Radfahrende unterschätzen, wie schlecht sie bei Dunkelheit ohne Licht gesehen werden.
Gesetzlich vorgeschrieben sind ein Frontscheinwerfer mit weißem Reflektor, ein Rücklicht mit zwei roten Reflektoren, Reflexstreifen an den Reifen oder Reflektoren in den Speichen sowie je zwei gelbe Reflektoren an den Pedalen. Die Beleuchtung darf per Dynamo, Batterie oder Akku betrieben sein und muss bei Dunkelheit eingeschaltet sein. Der ADFC rät, das Licht schon bei Zwielicht einzuschalten – und das ist im Winter relativ oft der Fall.
Übrigens: Wenn das Fahrrad-Rücklicht durch einen Anhänger verdeckt ist, braucht der Anhänger eine eigene Schlussleuchte. Ein Rückstrahler allein reicht dann nicht aus.