Pressemitteilung
23.09.2008

Radfahrer dürfen auf die Fahrbahn

erstellt von Ulf Dietze, Stefan Warda

Sievekingplatz: Radfahren auf der Fahrbahn jetzt legal (Foto: Stefan Warda)

Sievekingplatz: Radfahren auf der Fahrbahn jetzt legal (Foto: Stefan Warda)

Mehr Gleichberechtigung: Innenbehörde läßt Radfahrer vermehrt auf die Fahrbahn. ADFC fordert mehr Rücksichtnahme von den Autofahrern.

In noch mehr Straßen als bisher ist es nun Radfahrern erlaubt auf der Fahrbahn zu fahren, obwohl ein Radweg vorhanden ist. Derzeit entfernen die Behörden die blauen Schilder mit weißem Fahrrad-Piktogramm, die die Radwegbenutzungspflicht anzeigen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) begrüßt diese Maßnahme und fordert die Autofahrer zu besonderer Rücksichtnahme auf. Insbesondere ist auf einen ausreichenden Seitenabstand beim Überholen zu achten.

Bereits vor zehn Jahren erkannte der Gesetzgeber die Gefahren, die unzureichende Radwege verursachen und verabschiedete die sogenannte Fahrrad-Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung. Generell gibt es seit dem keine Radwegebenutzungspflicht mehr. Das stellte vor wenigen Wochen das Bundesverkehrsministerium erneut klar. Fahrräder sind Fahrzeuge und gehören in der Regel auf die Fahrbahn.

Nur in detailliert zu begründenden Ausnahmefällen darf eine örtliche Straßenverkehrsbehörde das blaue Schild aufstellen und damit die Benutzung eines Radwegs anordnen. Nach Ansicht des ADFC geschah dies in Hamburg viel zu oft und widersprach damit dem Sicherheitsbedürfnis des Radfahrers. In mehreren Musterklagen setzte sich der Verein in den vergangenen zehn Jahren gegenüber der Innenbehörde durch.

Nun sieht der ADFC dort ein Umdenken, das sich in der Aufhebung vieler nach Ansicht des ADFC ohnehin rechtswidrig angeordneter Benutzungspflichten äußert. Wo ein Radweg nicht mehr benutzt werden muss, dürfen Radfahrer wählen, ob sie auf dem Radweg oder auf der Fahrbahn fahren.

Stefan Warda, Sprecher für Verkehrspolitik beim ADFC: "Wenn Radfahrer nicht mehr auf unzureichende oder gar unbenutzbare Radwege gezwungen werden, dient das der Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer. Das ist eine Maßnahme, die zu einem höheren Radverkehrsanteil in Hamburg beitragen kann". Dies ist ein wichtiges Ziel der Radverkehrsstrategie, die die Bürgerschaft zum Ende der letzten Legislaturperiode beschlossen hatte.

Schon seit längerer Zeit ist die Radwegebenutzungspflicht am Ballindamm, dem Jungfernstieg oder am Sandtorkai aufgehoben. Weitere Beispiele für Straßen, in denen nun neuerdings auch die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben wurde: Bebelallee, Hammer Steindamm, Hasselbrookstraße, Pappelallee, Karolinenstraße, Sievekingplatz, Steilshooper Straße, Vor dem Holstentor, Walddörferstraße, Wandsbeker Straße.

Ein Informationsblatt zur Radwegebenutzungspflicht gibt es beim ADFC Hamburg, "nicht-ärgern-Flyer", Koppel 34 - 36, 20099 Hamburg.

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