Verkehr
31.05.2006

Radverkehr droht Stillstand durch WM-Fest auf dem Heiligengeistfeld – ADFC fordert dringend Konzept

WM-Fest auf dem Heiligengeistfeld droht Radverkehr auf Veloroute in der Feldstraße zu blockieren. ADFC fordert rechtzeitig straßenverkehrsbehördliche Maßnahmen für Berufsverkehr.

Während des WM-Festes vom 9. Juni bis 9. Juli auf dem Heiligengeistfeld droht der Radverkehr entlang der Feldstraße und dem Neuen Kamp zum Erliegen zu kommen, wenn die Straßenverkehrsbehörden dem Kollaps nicht vorbeugen werden. Stefan Warda, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Hamburg: »Wer dem Aufruf zur Teilnahme an der Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" unter der Schirmherrschaft der Senatorin Birgit Schnieber-Jastram folgen möchte, wird auf dem Weg zur Arbeit von Altona und St. Pauli in die Innenstadt in der Feldstraße nicht auf dem Radweg fahren können. Die dortigen Radwege werden einen Monat lang mit Besuchern des WM-Festes und anderen Fußgängern blockiert sein, weil die dortigen Gehwege nicht für Großveranstaltungen ausgelegt sind. Radfahrer werden dann auf die Fahrbahnen ausweichen müssen. Die Benutzungspflicht für die Radwege ist eine Alibiveranstaltung der Behörden, die keine realitätstreuen Konzepte für den Radverkehr parat haben.«

Der ADFC fordert von der Straßenverkehrsbehörde, zukünftig auf die Benutzungspflicht – noch rechtzeitig vor dem WM-Fest – zu verzichten. Denn obwohl die Strecke über Neuen Kamp und Feldstraße als Veloroute eine besonders wichtige Radverbindung ist, sind die Radwege zu schmal – wie leider auch die angrenzenden Gehwege. Angesichts der vielen Veranstaltungen auf dem Heiligengeistfeld und dem Umfeld (Hamburger Dom, FC St. Pauli, Antiktrödel-märkte, weitere Events) ist das Verdrängen dieses Problems typisch für den Stellenwert des Radverkehrs in Hamburg. »Hamburg zeigt sich von seiner besseren Seite, wenn Fußballfans aus aller Welt nach Verlassen der U-Bahn nicht unerwartet mit einem grellen Klingelkonzert der Radfahrer begrüßt werden. Schließlich sollte unsere Stadt die WM-Gäste nicht schockieren. Also müssen die Behörden noch rechtzeitig vor dem WM-Fest ihre Hausaufgaben machen, damit Radfahrer nicht einen Monat lang mit Menschenmassen auf engen Radwegen konfrontiert werden. Radfahrer gehören in Feldstraße und Neuer Kamp auf separate Radfahrstreifen auf der Fahrbahn und nicht in die Hacken der Besucher«, meint Warda zum Konflikt zwischen Rad- und Fußgängerverkehr am Heiligengeistfeld.

Der ADFC empfiehlt, die Fläche der jetzigen engen Radwege dem Fußgängerverkehr zur Verfügung zu stellen. Radfahrer sollten wie in der Grindelallee Radfahrstreifen auf der Fahrbahn bekommen, damit sie sicher geführt sind und unbelehrbare Autofahrer Radfahrer nicht vorsätzlich gefährden.