Pressemitteilung
10.02.2005

Radweg Große Elbstraße ist großer Unsinn

Das Bezirksamt Altona plant in der Großen Elbstraße einen einseitigen Zweirichtungsradweg. Der ADFC bewertet einen solchen Radweg als großen Unsinn und fordert stattdessen die Asphaltierung der Fahrbahn.

Das Bezirksamt Altona plant die Große Elbstraße zu verschönern. Zwischen Carsten-Rehder-Straße und Breite Straße soll dazu ein einseitiger Zweirichtungsradweg auf der Geschäfteseite angelegt werden. Für Radler Richtung Landungsbrücken würde dies auf relativ kurzer Strecke ein zweimaliges Wechseln der Fahrbahn bedeuten. Dies ist gefährlich und gerade deswegen sollen solche Radwege gemäß der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung grundsätzlich nicht gebaut werden. Mit der Kampagne »Geisterradeln kann tödlich sein« weist der ADFC auf die Gefahren beim Linksradeln hin. Außerdem ist das Wechseln der Straßenseite mit zusätzlicher Fahrtzeit für die Radler verbunden. Für den Bezirksamtsleiter hingegen stellt das vorhandene holprige Großpflaster zusammen mit dem Fischmarkt und den südlichen Randbereichen der Straße »ein raumgestalterisches Kontinuum« dar. »Aus dieser Prioritätensetzung ergibt sich das Erfordernis eines separaten Radwegs«, so der Bezirksamtsleiter Hinnerk Fock an den ADFC.

Der ADFC hält die Radwegplanung für vollkommen unsinnig. Der Radweg müsste im Bereich der jetzigen Parkplätze verlaufen. Auf der Geschäftseite gingen also alle Parkplätze verloren. Wegen des äußerst hohen Parkdrucks müsste der Radweg abgepollert werden. Alle Laternen, Telefonzellen, Poller und sonstige Einbauten im Gehwegbereich müssten versetzt werden. Zudem müssten bestehende Sondernutzungsgenehmigungen für die anliegenden Restaurants aufgehoben werden. Schließlich brauchen die Fußgänger neben dem Radweg ausreichend Platz zum Flanieren. Dies wäre jedoch nicht im Sinne der Förderung der anliegenden Geschäftsstruktur. Die Asphaltierung der Fahrbahn hingegen würde ein sicheres und komfortables Radfahren ermöglichen, aber auch Parkmöglichkeiten vorhalten und Straßengastronomie zulassen.

»Ein einseitiger Zweirichtungsradweg entspricht nicht dem Interesse der Radfahrer, Fußgänger und Anlieger. Der ADFC möchte in der Großen Elbstraße auf keinen Fall Radwegverhältnisse wie in der Schanzenstraße. Die Asphaltierung der Fahrbahn wäre für alle Beteiligten deutlich vorteilhafter. Sollte der überflüssige Radweg benutzungspflichtig werden, wird der ADFC dagegen rechtliche Schritte einleiten«, so Stefan Warda, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Hamburg.