Pressemitteilung
05.09.2005

Schanzenpark für Radfahrer gesperrt

erstellt von Stefan Warda

Der Park wäre eine gute Alternative zur Schanzenstraße.

Hamburgs Bezirke gehen sehr unterschiedlich mit der neuen Grünanlagenverordnung um. Eimsbüttel sperrt wichtige Radverkehrsverbindungen im Schanzenpark. ADFC hält diese Regelungen für falsch.

Seit dem 1. August sind Hamburgs Parks zum Radeln grundsätzlich freigegeben. Doch die Bezirke gehen sehr unterschiedlich mit den neuen Regelungen um. Besonders großzügig ist z.B. das Bezirksamt Altona, wo zunächst nur der Dahliengarten und die Spielplätze gesperrt wurden. Auch zukünftig sollen Sperrungen in Altona nur dort erfolgen, wo sie zwingend erforderlich sind. Schon im Nachbarbezirk Eimsbüttel treffen Radfahrer wesentlich häufiger auf die neuen Verbotsschilder. Im Schanzenpark und im Lindenpark sind dadurch sogar fast 20 Jahre alte Hauptrouten des Netzes »Mit dem Rad durch Hamburgs Grün« unterbrochen. Eimsbüttel hat Innocentiapark, Lindenpark, Bolivarpark, Eichenpark, Alstervorland und Schanzenpark für Radler gesperrt.

Der Dänenweg im Schanzenpark ist eine äußerst wichtige Radverkehrsverbindung. Viele Radler nutzen diese Strecke auf dem Weg von Altona und Eimsbüttel zur Uni oder in die Innenstadt. Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) stellt den Dänenweg in ihrer neuen Karte »Hamburgs Fahrradrouten« als Fahrradroute dar. Laut BSU-Fahrradplan wird der Schanzenpark von den Freizeitrouten 9 und 10 gequert. Die Freizeitroute 9 führt ferner durch den Lindenpark.

Doch rund um den Schanzenpark und Lindenpark sind an den Parkzugängen Verbotsschilder angebracht: Radler müssen draußen bleiben. Dazu Stefan Warda, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Hamburg: »Der Dänenweg war seit vielen Jahren als eine wichtige Radroute von den früheren Umweltbehörden mit einer Wegweisung gekennzeichnet. Nun hat das Bezirksamt Eimsbüttel im Alleingang die Routenbeschilderung im Schanzenpark entfernt. Die Sperrung des Schanzenparks ist vollkommen unangemessen. Die Wege sind ausreichend breit, Radler und Fußgänger sind bislang miteinander ausgekommen.«

Die neue Parkverordnung regelt schließlich eindeutig, dass Radler Rücksicht auf Fußgänger nehmen sollen. Stefan Warda hält die Reaktion des Bezirksamtes Eimsbüttel daher für falsch: »Die Verbote sollten nicht ausgesprochen werden, wenn sich lediglich einzelne Radfahrer auffällig verhalten. Erfahrungsgemäß lassen sich gerade diese Personen davon nicht beeindrucken. Das Radfahrverbot sollte eine Ausnahme bleiben und allen vernünftigen Radfahrern eine Hilfestellung geben, gefährliche oder besonders schutzbedürftige Wege zu meiden. Je weniger Verbote angeordnet werden, desto eher werden sie beachtet. Unabhängig davon sollten rücksichtslose Radfahrer in allen Parks zur Ordnung gerufen werden.«