Pressemitteilung
21.08.2005

Senator Freytag gibt Autoverkehr absoluten Vorrang

erstellt von Stefan Warda

Mit Ampelvorrangschaltungen will Senator Freytag Hamburgs Autoverkehr weiterhin bevorrechtigen

Die WELT am Sonntag berichtet in der heutigen Ausgabe über die Visionen des Verkehrssenators Freytag. Mit weiteren Bevorrechtigungen für den Autoverkehr soll gegen den Verkehrskollaps in der Hansestadt angegangen werden. So sollen die bislang nur in Barmbek installierten autoverkehrsmengenabhängig gesteuerten Ampeln im gesamten Stadtgebiet zur Anwendung kommen. An diesen Ampeln müssen Radfahrer und Fußgänger per Taster Grün anfordern, damit der Autoverkehrsfluss möglichst wenig gestört wird. Radfahrer haben an diesen Ampeln immer Rot, wenn nicht schon ein anderer für sie gedrückt hat.

Ein besonderes Konzept hat der Verkehrssenator gegen den Feinstaub parat. Wird die Feinstaubbelastung höher, sollen Fußgänger und Radfahrer noch länger an Ampeln warten. Für den umweltschädlichen Autoverkehr wird bei hohen Schadstoffbelastungen länger Grün geschaltet. Dies soll angeblich den Schadstoffausstoß mindern. Dazu Stefan Warda, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC: »Verkehrsteilnehmer, die sich umweltgerecht verhalten, werden zukünftig bei hohen Schadstoffbelastungen bestraft. Dies ist nur ein Anreiz, möglichst nicht auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umzusteigen. Mehr Autos, die schneller fahren, produzieren nach Ansicht des Senators scheinbar weniger Schadstoffe. Senator Freytags Verkehrspolitik ist exklusiv nur für Autofahrer gemacht. Leider hat Hamburgs Autosenator nicht verstanden, dass der prognostizierte Verkehrskollaps nur durch die Verlagerung auf Radverkehr oder den öffentlichen Verkehr wirksam bekämpft werden kann. Niemals aber durch noch mehr Autoverkehr.«

Mit Countdown-Signalen soll Fußgängern und Autofahrern angezeigt werden, wie lange sie bei Rot noch warten müssen. Stefan Warda meint dazu: »Wenig Sinn macht es zunächst mit den autofreundlichen Ampelprogrammen kurze Grün- und lange Rotzeiten für Fußgänger zu schalten und gleichzeitig den Fußgängern per neuer Ampeltechnik die lange Wartezeit in Sekunden anzuzeigen. Auch diese zusätzlichen Ampeln werden Fußgänger nicht davor zurückhalten, bei allzu langen Rotzeiten bei Rot die Straßen zu queren.«