Verkehr
01.07.2012

Senator Horch unterwegs mit dem ADFC

erstellt von Merja Spott, Ulf Dietze
ADFC-Radtour mit Senator Frank Horch

Senator Horch mit Merja Spott (ADFC) und Olaf Böhm (Abt. nicht motorisierter Verkehr in der BWVI)

ADFC-Radtour mit Senator Frank Horch

Schutzstreifen im Hofweg als gutes Beispiel, Radfahrende im Sichtfeld des Autoverkehrs zu führen

ADFC-Radtour mit Senator Frank Horch

An der Alster: Zweirichtungsradweg, der meist über seine Kapazitätsgrenzen hinaus belastet ist.

ADFC-Radtour mit Senator Frank Horch

Die Polizei auf der Jagd nach Rotlichtverstößen. Besser wäre es, die Ursachen von Fehlverhalten zu beseitigen ...

ADFC-Radtour mit Senator Frank Horch

... und zum Beispiel die Kreuzung vor dem Dammtorbahnhof radfahrgerechter zu gestalten.

ADFC-Radtour mit Senator Frank Horch

Und meist ist es so ganz einfach und auch am besten: Mischverkehr am Sternschanzenbahnhof.

Im Feierabendverkehr führte der ADFC am vergangenen Donnerstag Senator Frank Horch durch Hamburg. Denn die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) hat entscheidenden Einfluss auf den Radverkehr. Sie ist für die bauliche Planung von Verkehrsanlagen zuständig.

Merja Spott, verkehrspolitische Referentin des ADFC, führte dem Senator zunächst die positive Lösung am Hofweg vor: Durch den dortigen Schutzstreifen fließt Auto-, Bus- und Radverkehr besser und sicherer als zuvor auf den Radwegen; die Kreuzungen sind seit dem Umbau vor etwa zwei Jahren übersichtlicher gestaltet.

Bei der Fahrt auf dem Zweirichtungsradweg in der Straße »An der Alster« bekam Senator Horch ein Gefühl dafür, wie eng und unübersichtlich es hier zugeht. Und dabei war ferienbedingt deutlich weniger los als sonst üblich. Die Kapazität dieses Weges reicht im Alltag nicht für den vorhandenen Radverkehr. Durch den Verzicht auf einige Parkplätze wäre eine bessere Linienführung des Radwegs zu erreichen. Mit reduziertem Einsatz von Straßenbegleitgrün und besserer Pflege dieses Grüns könnte die Situation weiter entschärft werden.

Die Kreuzung am Dammtorbahnhof besitzt einen Zweirichtungsradweg auf der einen Seite und einen viel zu schmalen, weitgehend von Fahrrädern zugestellten und von Fußgängern mitbenutzen Radweg auf der anderen. Alle Radwege sind benutzungspflichtig. Radfahrende müssen mehrfach die Straße überqueren oder auf kürzester Strecke mehrmals an Ampeln anhalten. Um die Bedürfnisse der Radfahrer und der Fußgänger besser zu erfüllen, sind – solange nicht auf der Fahrbahn gefahren wird – aufwändige Planungen erforderlich. Dass die Situation für Radfahrer verbessert werden muss, sah auch der Senator. Zwar wäre es an dieser Stelle aufwändig, mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger zu schaffen. Dass grundsätzlich der Raum hier vorhanden wäre und der Bahnhof von einer Umgestaltung profitieren könnte, leuchtete aber allen Anwesenden ein.

Eine ähnliche Situation finden wir später rund um den U-Bahnhof Christuskirche vor: Eine Kreuzung mit vielen, breiten Fahrstreifen und großen Kurvenradien schafft hier weite Entfernungen für Fußgänger und Radfahrer. Die auf den Autoverkehr optimierten Ampelschaltungen erlauben dann nur noch kurze und schlecht koordinierte Grünzeiten für die nicht-Motorisierten. Daraus ergeben sich naturgemäß gehäuft Regelverstöße.

Merja Spott regte an, die bekannten Orte mit Regelverstößen gezielt zu betrachten und die Situation daraufhin zu verbessern. Bisher erfährt allerdings die BWVI nicht von der Polizei, wo denn gehäuft Regelversöße zu verzeichnen sind. Hier wäre ein Ansatzpunkt, damit die BWVI als für den Bau zuständige Behörde und die Behörde für Inneres als die für die Verkehrsüberwachung zuständige Stelle in Sachen Radverkehr noch besser zusammenarbeiten.

Alles in allem konnte der ADFC dem Senator die Probleme des Radverkehrs näher bringen und zeigen, dass es bewährte Lösungen gibt. Der Radverkehr hat in Hamburg noch ein sehr großes Potenzial und könnte viele Probleme vom Flächenverbrauch über die Luftverschmutzung bis hin zur Lärmproblematik lösen helfen. Aber er braucht dafür finanzielle und vor allem personelle Verstärkung und den Mut der Politik, sich von der autozentrierten Planung wegzubewegen.

Siehe auch die News zur Tour mit Senator Neumann.