Pressemitteilung, Verkehr
07.09.2016

Stadt ignoriert das Recht auf saubere Luft und weniger Lärm!

erstellt von ADFC Hamburg
Georg Sommer, ADFC Hamburg

Die Max-Brauer-Alle erstickt buchstäblich im Autoverkehr: Die Luftmessstation dokumentiert ständig Überschreitungen der zulässigen Grenzwerte.

Die 25 Bewohner*innen des Nyegaard-Stifts demonstrieren wöchentlich gegen den Lärm und die Abgase durch den massiven Autoverkehr vor ihrer Haustür in der Max-Brauer-Allee. Doch die Stadt stellt sich taub und schmetterte ihre Anträge auf verkehrsberuhigende Maßnahmen nun ab.

Der ADFC Hamburg unterstützt dagegen ausdrücklich die Forderungen der Anwohner*innen: „An der Max-Brauer-Allee werden seit Jahren sowohl die Lärmgrenzwerte als auch die Grenzwerte für Stickoxid erheblich überschritten«, so Jens Deye vom Fahrradclub.

»Die Ablehnung der Anträge nehmen wir nicht hin! Die Damen des Altenstifts haben ihre Ersuchen mit einer Vielzahl von ärztlichen Attesten begründet und die Behörden darauf hingewiesen, wie sehr die Verkehrsemissionen ihre Gesundheit akut bedrohen. Und wieder handelt die Stadt nicht. Dabei benötigen die Anwohner*innen dringend Schutz – und das nicht irgendwann in ferner Zukunft, sondern jetzt!«

Die Nyegaard-Stifts-Seniorinnen würden ein Recht wahrnehmen, das allen Menschen zusteht, die an zu lauten Straßen leben, so Deye. Denn die Stadt Hamburg müsse für die Einhaltung von Artikel 2 des Grundgesetzes sorgen und das Recht auf körperliche Unversehrtheit wahren. Ist diese durch verkehrsbedingtem Lärm und Abgase bedroht, kann ein Antrag nach § 45 Abs. 1 Nr. 3 der Straßenverkehrsordnung (StVO) auf verkehrsbeschränkende Maßnahmen gestellt werden. »Die zuständige Behörde muss dann unverzüglich wirksame straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen ergreifen«, erklärt Deye.

Deye sieht vor allem in der Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 km/h ein enormes Potenzial: „Tempo 30 reduziert den Lärm um bis zu 3 Dezibel. Das entspricht in der Wahrnehmung der Betroffenen bereits einer Halbierung der Verkehrsmenge. Und hichsichtlich der Abgase hat der Hamburger Senat ja gerade selbst auf eine Studie aus Baden-Württemberg verwiesen, nach der Feinstaub und Stickoxide durch Tempo 30 um bis zu 10 % gesenkt werden können.“

Aber nicht nur gesundheitliche Aspekte sprächen für Tempo 30 in der Max-Brauer-Allee, die Anpassung der Kfz-Geschwindigkeit wäre auch eine wichtige Förderung für den Radverkehr. »Denn bei täglich 1400 schnell fahrenden LKWs fühlen sich viele Radfahrer*innen dort im Mischverkehr auf der Fahrbahn bedroht und unsicher«. Wolle Hamburg aber mehr Menschen zum Umstieg aufs Rad bewegen, brauche es auch Verkehrsverhältnisse, die sich subjektiv sicher für Fahrradfahrer anfühlen, so Deye. »Tempo 30 auf der Max Brauer Alle ist hier die erste Wahl, um sofort Verbesserungen zu erzielen!«.

Weitere Informationen zu Tempo 30

Pressefoto: ADFCHH_Messtation_Max_Brauer_Allee (jpg, 5,13 MB)
Die Nutzung ist für journalistische Berichterstattung zum Thema „Radverkehrsförderung“ bei Nennung der Quelle kostenfrei; die Bilddateien dürfen zur optischen Anpassung bearbeitet werden, eine bildinhaltliche Bearbeitung (z. B. digitale Retusche von Personen, Schriften und Gegenständen oder großflächiges Beschneiden des Motives) ist untersagt.

Pressekontakt