Verkehr
30.09.2015

Studie: Radfahrende profitieren kaum vom Fußgängerschutz am Auto

erstellt von Stefanie Miczka

Eine aktuelle Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zeigt, dass Radfahrende kaum von konstruktiven Verbesserungen an Autos profitieren, die zum Schutz von Fußgängern entwickelt wurden. Für die Studie wurde in über 1000 Simulationen der Aufprall an verschiedenen Fahrzeugfronten nachgestellt. Das Ergebnis zeigt, dass das Risiko für schwere Kopfverletzungen für Radfahrende im Vergleich zu Fußgängern sehr hoch ist und dabei die Gestaltung der Fahrzeugfront für die Schwere der Verletzung eine große Rolle spielt.

Laut UDV könnte ein spezieller Airbag, der den gesamten Scheibenrahmen abdeckt oder eine automatische Notbremse die Fahrradfahrer zuverlässig erkennt und die Geschwindigkeit signifikant reduziert, das Kopfverletzungsrisiko mindern und somit für Radfahrende den größten Sicherheitsgewinn bringen. Allerdings haben bislang Maßnahmen zum Schutz von Radfahrenden bei der PKW-Konstruktion kaum Beachtung gefunden.

Unfallstatistiken zeigen, dass bei mehr als einem Drittel der getöteten Radfahrer und bei fast der Hälfte der schwerverletzten Radfahrer der Unfallgegner ein Autofahrer war. Dabei wurde in den allermeisten Fällen (84 Prozent) die Front des Fahrzeugs getroffen.

Eine fahrradspezifische KfZ-Sicherheitstechnik, wie Außenairbags über die gesamte Windschutzscheibe, Abbiege- und Bremsassistenten sowie Signale, die vor sich öffnenden Autotüren warnen, sind aus Sicht des ADFC daher dringend notwendig. Neben den erwähnten technischen Systemen fordert der ADFC seit vielen Jahren aber auch niedrigere Kfz-Geschwindigkeiten in den Innenstädten - also mehr Tempo 30 - sowie durchgängige Radverkehrsnetze mit Strecken, die sich sicher, zügig und angenehm befahren lassen.

Link zur Studie: www.uvd.de