Pressemitteilung
12.06.2007

Susannenstraße ist überall – ADFC fordert benutzbare Radwege auch bei Straßencafès

Radweg im Portugiesenviertel - Benutzungspflichtig, aber unbenutzbar (Foto Stefan Warda)

Radweg im Portugiesenviertel - Benutzungspflichtig, aber unbenutzbar (Foto Stefan Warda)

Radweg im Portugiesenviertel - Benutzungspflichtig, aber unbenutzbar (Foto Stefan Warda)

Radweg im Portugiesenviertel - Benutzungspflichtig, aber unbenutzbar (Foto Stefan Warda)

Viele Hamburger Geschäftsleute blockieren Geh- und Radwege mit Geschäftsauslagen und Biergärten. ADFC fordert Einhalten der Mindestbreiten für Gehwege und Freihalten aller Radwege.

Die Medien berichteten in den letzten Wochen zahlreich über das Verbot von Sondernutzungen in der Susannenstraße. Zahlreiche Geschäftsleute hielten sich nicht an die Auflagen und blockierten die Gehwege. Doch auch in vielen anderen Geschäftsstraßen Hamburgs sind Gehwege tagtäglich vollkommen blockiert. Fußgänger weichen dann leider auf angrenzende Radwege aus und Radfahrer müssen oftmals anhalten und absteigen oder auf die Fahrbahn ausweichen.

Der ADFC nannte den Bezirksämtern und der Polizei einige der besonders neuralgischen Stellen. Im Fall der Schanzenstraße hat sich der ADFC seit 1995 für benutzbare Radwege eingesetzt, leider bislang ohne Erfolg. Dort dürfen Radfahrer dank des ADFC nun zwar legal auf der Fahrbahn fahren, die Radwege bleiben aber wegen der Geschäfte unpassierbar. In manchen Straßen sind in den Abendstunden die Rad- und Gehwege vollkommen unpassierbar. Radfahrer haben dann nur die Wahl auf der Fahrbahn zu fahren.

Stefan Warda, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Hamburg: »Es ist unredlich immer wieder Radwege für Radfahrer zu fordern, wenn diese anschließend nicht benutzbar sind. Ob nun Politiker, Polizisten oder Medienvertreter aus angeblichen Sicherheitsbedenken regelmäßig Radwege fordern, diese müssen dann konsequent benutzbar bleiben. Besonders an benutzungspflichtigen Radwegen erwartet der ADFC uneingeschränkt sichere und benutzbare Verkehrsflächen für Radfahrer. Hier muss sich die Stadt an die Regelungen der Straßenverkehrsordnung und des Wegegesetzes halten. Andernfalls müssen Politiker und Behörden Farbe bekennen, mehr Flächen für Straßencafès einplanen, ggf. wie im Ausland im Sommer Parkplätze aufheben, oder aber Radwege in Geschäftsstraßen mit allen Konsequenzen grundsätzlich abschaffen.«

Besonders schlimme Straßen mit Sondernutzungen und Radwegen:

  • Mitte: Lange Reihe, Baumwall, Bei den Mühren, Vorsetzen, Schanzenstraße, Neuer Kamp, Feldstraße
  • Nord: Eppendorfer Baum, Eppendorfer Landstraße, Eppendorfer Weg, Lehmweg, Fuhlsbütteler Straße, Papenhuder Straße, Hudtwalckerstraße
  • Eimsbüttel: Osterstraße, Kleiner Schäferkamp, Grindelallee
  • Altona: Holstenstraße, Bahrenfelder Straße
  • Harburg: Harburger Ring, Wilstorfer Straße
  • Bergedorf: Mohnhof