Fischkopps Kolumne, Verkehr
10.04.2013

Tagesschau mit sich unzufrieden

erstellt von Ulf Dietze
2010: Der ADFC bietet »begleitetes Fahrbahnfahren« an, um die Angst vor der Fahrbahn zu nehmen und die Information zu verbreiten, dass Fahrräder auf der Fahrbahn der Normalfall sind.

2010: Der ADFC bietet »begleitetes Fahrbahnfahren« an, um die Angst vor der Fahrbahn zu nehmen und die Information zu verbreiten, dass Fahrräder auf der Fahrbahn der Normalfall sind.

Vielen Radfahrenden ist die Berichterstattung der Tagesschau am 31. März zur StVO unangenehm aufgefallen.

Am 1. April änderte sich die StVO. Am Vorabend berichtete die ARD in Tagesschau und Tagesthemen darüber. Im Off-Text zum Filmbeitrag hieß es unter anderem: »Gerade die Radfahrer sind mehr in den Fokus der Straßenverkehrs-Ordnung gerückt. Das Verwarngeld ist um fünf bis zehn Euro höher, wenn die Radfahrer zum Beispiel neben einem Radfahrweg auf der Fahrbahn fahren oder bei Dunkelheit ohne Licht fahren«.

Das mit dem Licht ist korrekt. Aber die Sache mit der Radwegebenutzungspflicht ist nunmehr seit 1998 anders geregelt.

Es gibt keine Pflicht, das Führerscheinwissen stets aufzufrischen und regelmäßig überprüfen zu lassen. Neue Verkehrsregeln erfahren die meisten VerkehrsteilnehmerInnen ausschließlich aus den Medien.

Der ADFC kann ein Lied davon singen, wie mühsam es ist, allein die Regeln zur Benutzungspflicht bekannt zu machen. Viele Aktionen, Presseberichte und Faltblattproduktionen später läuft gerade aktuell die Kampagne »schon gecheckt« in Zusammenarbeit mit ADAC, Polizei uva., um die Tatsache zu verbreiten, dass Radverkehr auf der Fahrbahn der Normalfall ist. – Wie gesagt: Seit 16 Jahren gilt das so (bekannt war es noch länger, aber es gab eine Übergangsfrist zwischen Ankündigung und Eintritt der Regelung).

Falsche oder ungenaue Berichterstattung bestätigt manchen Autofahrer in seiner Rechtsunkenntnis und führt dazu, dass er meint, eine Art »Erziehung« am Radfahrer vornehmen zu müssen. Bepöbelung und gefährliche Fahrmanöver, in denen das Auto als Waffe eingesetzt wird, sind die Folge. Daher sollte man annehmen, dass Journalisten sich ihrer Verantwortung in dieser Sache bewusst sind.

Und tatsächlich. Auf Anfrage der verärgerten Radfahreriin C. D. Otten zum Bericht der Tagesschau antwortet der »Zuschauerservice« von ARD aktuell: »(...) Sie haben Recht, und auch unsere radfahrenden Kollegen waren mit der ungenauen Berichterstattung über die Änderungen besonders der Radwegbenutzung sehr unzufrieden. Zwischenzeitlich konnte das Missverständnis bereits geklärt werden, nicht zuletzt durch Kontaktaufnahme mit dem ADFC. Leider bleibt uns nun nur noch, auf Ihr Verständnis zu hoffen und auf ein verständiges Miteinander im Straßenverkehr!«

Fehler passieren und wir hoffen auf genauere Berichterstattung in den Medien der ARD. Gelegenheit, die Sachlage korrekt darzustellen, lässt sich sicher finden.

Der Bericht in der Tagesschau (ab Minute 7:27):  
http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts41200.html

Die Verkehrsregeln bezüglich der Benutzungspflicht

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