Pressemitteilung, Verkehr
06.10.2015

Umbaumaßnahmen im Harvestehuder Weg - Verbesserungen in Sicht?

erstellt von ADFC Hamburg

Die Parkplatzmarkierungen sollen an den Fahrbahnrand verschoben werden und der ehemalige Radweg in der Grünanlage soll für den Radverkehr erhalten bleiben. Damit reagiert die Stadt Hamburg auf Kritik von Radfahrenden, die bereits kurz nach der Eröffnung der Fahrradstraße im Harvestehuder Weg laut geworden waren. Wirksame Maßnahmen zur deutlichen Reduzierung des Kfz-Durchgangsverkehrs wird es allerdings nicht geben.

„Wir begrüßen, dass die Parkplätze auf Fahrbahnrand und Nebenflächen verschoben werden sollen, sodass Radfahrende auf der Fahrbahn komfortabel und sicher nebeneinander fahren können und nicht durch parkende und entgegenkommende Fahrzeuge ausgebremst oder behindert werden“, so Stefanie Miczka, Verkehrsreferentin des ADFC Hamburg. „Das Problem des Durchgangsverkehrs, der auch zum Großteil schneller als das erlaubte Tempo 30 fährt, wird so aber nicht gelöst werden«. Die geänderte Ampelschaltung im Mittelweg sei nur ein kleiner Schritt in der richtige Richtung. »Wir fordern, dass der Durchgangsverkehr deutlich eingeschränkt wird“, so Miczka. 

Kontrollen der Stadt zeigen, dass der Autoverkehr seit Einrichtung der Fahrradstraße im Dezember 2014 nicht abgenommen hat und rund 60 Prozent davon dem Kfz-Durchgangsverkehr zuzuordnen sind. Zudem haben wiederholte Geschwindigkeitsmessungen ergeben, dass viele Autofahrer zu schnell fahren und sich nicht an das in Fahrradstraßen geltende Tempo 30 halten. „Eine Fahrradstraße, die uneingeschränkt für den Autoverkehr freigegeben ist, widerspricht der Grundidee einer Fahrradstraße“, so Miczka. „Wären weniger Autos unterwegs, könnten hier alle sicher und komfortabel Rad fahren.“ Den Autofahrern müsste zudem durch Aufpflasterungen, Einfärbungen und Beschilderungen deutlich gemacht werden, dass sie im Harvestehuder Weg nur »Gäste« seien. Einen weiteren, parallel geführten Radweg in den Alsterwiesen, der veraltet ist und nicht mehr den technischen Standards entspricht, bräuchte es dann nicht mehr.

Damit am Abschnitt vor dem US-Konsulat nicht der gleiche Fehler gemacht wird, fordert der ADFC, dass der Harvestehuder Weg auch dort zur Fahrradstraße wird und nach dem Umzug des Konsulats in die Hafen-City für den Autoverkehr gesperrt bleibt.
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Hintergrund: Die Fahrradstraße im Harvestehuder Weg sollte für die weiteren „Alster-Achsen“ Modellcharakter haben. Doch bereits kurz nach der Eröffnung gab es Kritik an der Umsetzung. Die Stadt Hamburg hat daraufhin eine groß angelegte Evaluation gestartet, deren Ergebnisse zusammen mit den geplanten Umbaumaßnahmen in der letzten Woche vorgestellt wurden.

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