Fischkopps Kolumne
28.06.2011

Umwelthauptstadt killt Fahrradfelgen

erstellt von Ulf Dietze
Umwelthauptstadt-Container Hamburg mit Felgenkillern

Die BSU informiert zur Umwelthauptstadt. Radfahrenden bietet sie billigste Felgenkiller aus dem Baumarkt statt vernünftiger Anlehnbügel, an die sich auch ein Fahrradrahmen anschließen ließe.

Ist es Frechheit, fehlende Sensibilität oder Ahnungslosigkeit? In jedem Fall ist es jedoch peinlich, was die BSU den Radlern am Infocontainer vorsetzt.

Ecke Steintorwall/Ernst-Merck-Straße betreibt die BSU derzeit Infocontainer zur Umwelthauptstadt. Wir sehen darin zum Beispiel das Stadtrad und bekommen vor Regen schützende Plastiküberzieher für den Fahrradsattel geschenkt.

Am Multimediadisplay erfahren wir unter dem Punkt »Radwegenetz«: »Hamburg schafft Platz und Möglichkeiten für ein umweltfreundliches Verkehrsmittel, das Fahrrad. Mit dem konsequenten Ausbau des Radverkehrsnetztes sorgt die Stadt für freie, sichere Fahrt. Radial auf die City zuführende Velorouten sollen den Alltagsverkehr bündeln. Die Strecken verlaufen größtenteils abseits von stark befahrenen Straßen. Bis 2015 will die Stadt das Radverkehrsnetz spürbar ausbauen und den Anteil des Radverkehrs auf 18 % steigern.«

Vor dem Container zeigt sich in voller Pracht, wie ernst es trotz aller Lippenbekenntnisse mit der Radverkehrsförderung in Hambur meist steht, sobald es konkret wird: Felgenkiller sind das einzige Angebot für BesucherInnen der Infocontainer, die gerne ihr Fahrrad abgestellt und angeschlossen hätten.

Ein paar Tipps für bessere Abstellanlagen? RadCity 5/2006