Pressemitteilung
18.05.2006

Verkehrsversuch der Innenbehörde: Radfahrer dürfen jetzt fast alles

Behörde für Inneres testet neue Verkehrsregeln für Radfahrer. Zahlreiche Schilder »Radfahrer frei« wurden dazu aufgestellt. ADFC hält den Versuch für gescheitert.

Im Rahmen eines Verkehrsversuchs testet die Hamburger Behörde für Inneres derzeit neue Regeln für den Radverkehr. Dabei geht es um das weiße Schild mit der Aufschrift »Radfahrer frei«. Laut Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) handelt es sich dabei um ein Zusatzschild, das nur im Zusammenhang mit einem anderen Verkehrszeichen aufgestellt werden darf. In der Regel trifft dies zu bei Einbahnstraßen, die für Radfahrer auch in Gegenrichtung befahren werden dürfen, bei Gehwegen oder Fußgängerzonen, die ausnahmsweise im Schritttempo befahren werden dürfen, oder auch bei Busspuren.

Abweichend erprobt die Behörde für Inneres aber die Aufstellung des Zusatzschildes »Radfahrer frei« in Kombination mit ganz anderen Verkehrszeichen oder aber ohne jegliches anderes Verkehrszeichen. Verkehrsteilnehmer werden dadurch häufig mit Situationen konfrontiert, die unverständlich sind. Dazu meint Stefan Warda, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Hamburg: »Derzeit finden Radfahrer in Hamburg Ampeln oder Halteverbotsschilder mit dem Zusatz "Radfahrer frei". Solche Regeln sind unverständlich und führen unter Umständen zu Gefahrensituationen. Aber auch ohne jegliches weiteres Verkehrszeichen macht das weiße Schild "Radfahrer frei" keinen Sinn. Die Innenbehörde sollte daher Ihren Versuch beenden und die Schilder wieder einziehen.«