Verkehr, Neues im ADFC
13.11.2014

Wer traut sich was?

erstellt von Merja Spott

Am Montag, dem 10.11.2014 folgten über 100 Bürgerinnen und Bürger der Einladung des ADFC zu einer Podiumsdiskussion. Zur Frage „Wer traut sich was?“ diskutierten munter Till Steffen Die Grünen, Heike Sudmann, Die Linke, Herr Pochnicht, SPD, Klaus-Peter Hesse, CDU und Kurt Duwe, FDP.

Alle Parteien wollen den Radverkehr fördern, Unterschiede gibt es in der Frage, wie weit man gehen sollte. Die CDU zum Beispiel legte Wert darauf, keiner Gruppe „weh zu tun“ und stellte sich sogar gegen die Fahrradstraße am Harvestehuder Weg, wo endlich eine angemessene Lösung für die bis zu 10.000 Radfahrenden pro Tag geschaffen wird. Doch die CDU sah das anders: Da werde ihrer Meinung viel Aufwand betrieben, um den Autoverkehr zu benachteiligen, wo es doch so einen guten Radweg gebe. Herr Pochnicht von der SPD verteidigte die Maßnahme und auch die Vertreter der Grünen und Linke unterstützten sie. Das Publikum bemängelte dagegen, dass mit dem Ausbau der Radwege um die Alster dort begonnen wird, wo es am wenigsten drängt und forderte schnellst möglich eine Verbesserung entlang der Straße „An der Alster“.

Bei der Frage nach mehr Geschwindigkeitsreduzierungen waren sich die Linke und die Grünen einig. Mehr Tempo 30 mit Ausnahme weniger Hauptverkehrsachsen erhöht die Sicherheit und ist damit Radverkehrsförderung. Da fanden sich dann SPD und CDU wieder zusammen, ist ihnen der schnelle Wirtschaftsverkehr doch wichtiger als die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer durch Temporeduzierung.

Diskussionspunkt war ebenfalls die Frage, wie man mehr Raum für den Radverkehr schaffen könnte. Für Parkraumbewirtschaftung waren SPD, die Grünen und die Linke. Die FDP und CDU wollen die Park und Ride Plätze wieder kostenfrei machen. Immerhin sprach sich Herr Hesse dafür aus auch in den dichten Altbauquartieren Eimsbüttels und Eppendorfs ab und zu einen Kfz-Stellplatz für Fahrradbügel zur Verfügung zu stellen. Da wird die Zukunft zeigen, wie ernst es die CDU damit meint.

Herr Pochnicht zählte im Verlauf des Abends die Maßnahmen auf, die in der letzten Legislaturperiode umgesetzt wurden und kündigte die weitere Ausweitung der Stadtradstationen bis nach Harburg an. Damit wurde in den letzten Jahren tatsächlich mehr für den Radverkehr getan als in den gesamten Nuller Jahren. Dennoch reichte das den leidgeprüften Radfahrern im Publikum nicht aus. So blieb bei vielen Besuchern der Eindruck haften, dass bei der SPD die große Vision für nachhaltigen Verkehr fehlt und die Partei sich sich auf schwammige Wahlkampfaussagen zurück zog.