05.04.2014

Altona fährt Rad!

Von: Benjamin Harders

Damit das noch besser klappt, hat sich in Hamburgs »Fahrradhochburg« eine ADFC-Bezirksgruppe gegründet.

Gut dreißig Menschen kamen am Dienstag, 25. Februar, um 19 Uhr im Seminarraum der Werkstatt 3 (Nernstweg 32-34) zusammen, um dem ADFC Hamburg eine weitere lokale Struktur zu geben. Dirk Lau vom ADFC Hamburg informierte zunächst kurz über Struktur, Ziele, Aufgaben, Geschichte und Organe des ADFC, dessen Hamburger Landesverband 6.700 Mitglieder zählt. Mit Merja Spott, Referentin für Verkehr, beschäftigt der ADFC eine hauptamtliche Kraft, die im Interesse der Radfahrerinnen und Radfahrer bei Polizei, Politik und Behörden vorstellig wird. Am Beispiel des Bezirks Altona gab Benjamin Harders dann einen Einblick in die Lobbyarbeit des Radverkehrsclubs: vom Umgang mit den Behörden bis hin zu den Möglichkeiten, sich in die Verkehrspolitik zugunsten der Radfahrenden einzumischen.

Zumutungen und Dauerärgernisse

Die Zumutungen des Radfahrens in Hamburg wurden durch die alltäglichen Erfahrungen der Versammelten offensichtlich: sei’s durch die Unwissenheit bzw. Ignoranz vieler Autofahrer hinsichtlich der Benutzungspflicht von Radwegen, sei’s im Fehlen eines integrativen Verkehrskonzepts für Hamburg – unter Berücksichtigung der Radfahrer.

Als verkehrspolitische Dauerärgernisse in Altona wurden ausdrücklich der Lessingtunnel und die Stresemannstraße angesprochen; besonders will man im Auge behalten, welche Zumutungen die Eröffnung von IKEA in der Großen Bergstraße für Anwohner und Radfahrer bringt. Neben IKEA wurden als weitere Arbeitsschwerpunkte 2014 Neue Mitte, Radverkehrskonzept bzw. Velorouten, Stresemannstraße, Radfahrstreifen und Öffentlichkeit bzw. Aufklärung aufgeführt.

Wie geht’s weiter?

Der Gründung von Arbeitsgruppen soll ein informeller Findungsprozess mit festen Ansprechpartnern für bestimmte Themen vorausgehen. Wer die Gruppe in ihrer Gründungsphase unterstützen will, ist herzlich zum nächsten Treffen eingeladen.

Hans-Jürgen Ohr in RadCity 2/2014

Kontakt

Bezirk Altona

Der Bezirk Altona ist der westlichste Bezirk Hamburgs und größtenteils identisch mit der bis 1938 selbständigen Stadt Altona/Elbe. Er hatte 2011 etwa 261.000 Einwohner und erstreckt sich über eine Fläche von 78,3 Quadratkilometer. Altona grenzt im Süden und Osten an den Bezirk Hamburg-Mitte, im Nordosten an den Bezirk Eimsbüttel und im Norden und Westen an das Land Schleswig-Holstein; außerdem verläuft im Südwesten in der Elbmitte bzw. über die unbewohnte Elbinsel Neßsand eine gemeinsame Grenze Altonas mit dem Land Niedersachsen.

2008 ist Altona durch eine neue Gebiets-aufteilung um den Stadtteil Hamburg-Sternschanze erweitert worden. Der Bezirk besteht nun aus 14 Stadtteilen.

Aktuelle Bezirksamtsleiterin ist seit 2013 Liane Melzer (SPD), deren Partei in der Bezirksversammlung die stärkste Fraktion mit 22 Sitzen stellt (CDU 12, Grüne 9, LINKE 5, FDP 3). Regiert wird Altona seit 2011 von einer Koalition aus SPD und Grüne Altona. »Die Vertragspartner streben für Altonas Verkehrspolitik eine nachhaltige und zukunftsorientierte Mischung aller Verkehrsträger an. Dabei legen sie vor dem Hintergrund steigender Mobilitätsansprüche und -bedürfnisse besonderen Schwerpunkt auf die Stärkung des öffentlichen Personen-nahverkehrs sowie die Stärkung des Radver-kehrs« (Koalitionsvertrag 2011–2014, S. 11).

Laut der Studie »Mobilität in Deutschland« von 2008 hat Altona einen Radverkehrs-anteil von 17 % – den höchsten aller Hamburger Bezirke. Zum Vergleich: In Eimsbüttel wurden nur 12 % gemessen, hamburgweit liegt der Anteil der Wege, die mit dem Rad zurückgelegt werden, bei 13 %.