Verkehr
27.01.2016

Aktuelle Forderungen

Von: Ulf Dietze/Ak Verkehr

Der ADFC setzt sich für ein fahrradfreundliches und damit lebenswerteres Hamburg ein. Das Rad ist das zeitgemäße, klimaschonende und lärmfreie Alltagsverkehrsmittel in der Stadt. Fahrradfahren ist Ausdruck eines modernen, intelligenten Mobilitätsverhaltens und zeugt zugleich von umweltpolitischem Bewusstsein. Mehr Radverkehr bedeutet mehr Lebensqualität für alle Hamburgerinnen und Hamburger.

Auf dem Weg dorthin gibt es noch vieles zu tun. Auf dieser Seite finden Sie einige unserer aktuellen Forderungen und Wünsche an die Entscheider.

»Vorfahrt« fürs Rad

Steigerung des Radverkehrsanteils in Hamburg auf mindestens 20 Prozent bis 2020 durch den zügigen und konsequenten Umbau Hamburgs zur »Fahrradstadt«, die von SPD und Grünen als Koalitionsziel festgelegt wurde. Das bedeutet, den Radverkehr bei allen Planungen und Straßenbaumaßnahmen Vorrang einzuräumen, den Autoverkehr in Hamburg unattraktiver zu machen und die Hamburgerinnen und Hamburger zum Umstieg aufs Rad zu bewegen. Die aktuelle Radverkehrsstrategie muss als Grundlage für den Umbau zu einer Fahrradstadt fortgeschrieben werden.

Radfahrstreifen statt Radwege

Radfahrstreifen auf der Fahrbahn müssen zur Regellösung werden, Radwege dürfen nur die gut begründete Ausnahme sein.

Ausführliche ADFC-Position dazu.

FAQ Radfahrstreifen und Schutzstreifen

Kauft Radfahrstreifen – Wo das Geld hinmuss

Benutzungspflicht

Beseitigen benutzungspflichtiger Radwege

Der Radverkehr gehört in der Regel auf die Fahrbahn und nicht auf Radwege. Auf den klassischen Hamburger »Bordsteinradwegen« ist die Fahrt unkomfortabel, Hindernisse und Engstellen stellen Gefahren dar. Besonders gefährlich sind Grundstückszufahrten und Einmündungen.

Velorouten mit hochwertiger Wegweisung

Der Ausbau des Veloroutennetzes, der Hauptverbindungswege für RadfahrerInnen in alle Stadtteile Hamburgs, muss forciert werden.

Ausführliche ADFC-Position dazu.

Bettelampeln abschalten

Radfahrende benötigen vernünftige Ampelschaltungen:
- automatische Grünzeit für Fußgänger und Radfahrer an allen Kreuzungen mit jedem Ampelumlauf;
- Grünschaltung für Fußgänger und Radfahrer kurz vor dem Autoverkehr, da dies zu mehr Sicherheit beiträgt;
- Grünzeiten so lange, wie es die Räumzeit erlaubt. Kein frühzeitiges Rot, um dem Autoverkehr »Extrasekunden« zu geben.

Ausführliche ADFC-Position dazu.

Senat aufs Rad!

Die Hamburger Senatorinnen und Senatoren verpflichten sich, mindestens zweimal monatlich das Fahrrad für offizielle Anlässe zu benutzen. Damit strahlen sie nicht nur als Vorbild aus, sondern bekommen auch persönlich mit, wie ihre Entscheidungen das Verkehrsgeschehen beeinflussen.

Personal für den Radverkehr

In allen Ämtern und Behörden der Stadt, die mit Verkehrsplanung und -steuerung zu tun haben, müssen Radverkehrssachverständige an den Entscheidungsprozessen beteiligt sein. Dem Radverkehr attraktive, komfortable und sichere Verbindungen zu schaffen, muss fester Bestandteil der Planungskultur werden.

Stärkung des Umweltverbunds

Der Umweltverbund aus Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr erweitert das Potenzial des Radverkehrs. Notwendig ist die Aufhebung der Sperrzeiten und eine unproblematischere Mitnahme von Fahrrädern in den öffentlichen Verkehrsmitteln – auch im Bus.

Fahrradparken verbessern

RadfahrerInnen benötigen für ihre hochwertigen Verkehrsmittel diebstahlsichere Abstellanlagen. Geeignet sind z. B. Anlehnbügel, wie es sie bereits an fast allen Haltestellen des S- und U-Bahnnetzes gibt. Die Stadt muss dafür sorgen, dass an allen öffentlichen Gebäuden, Schulen, Kitas nur noch solche Abstellanlagen installiert werden. Es muss Platz geschaffen werden für Fahrradhäuschen auf Autoparkplätzen. In den letzten Jahren sind durch das 1000-Bügel-Programm und seine Fortsetzungen in Hamburg bereits zahlreiche Fahrradbügel aufgestellt worden. In neueren Straßenplanungen wird der Bedarf an Abstellplätzen meist besser berücksichtigt als früher. Quellen und Ziele des Radverkehrs, die noch keine oder zu wenige Abstellplätze haben, sollten entsprechend nachgerüstet werden. Wo die Platzverhältnisse es erfordern, sollten auch bisherige Autostellplätze zu Fahrradstellplätzen umfunktioniert werden. - Eine wichtige Maßnahme stellt das B+R-Entwicklungskonzept dar.