20.06.2015

Nachtabschaltung von Ampeln

Von: Ulf Dietze

Auf Anfrage der CDU-Bezirksfraktion in Wandsbek äußert sich die Behörde für Inneres und Sport zur Nachtabschaltung von Ampeln. Zunächst geht es um Zahlen für den Bezirk Wandsbek. Im weiteren Text finden sich allegemeine Informationen zum Thema. In der Anlage gibt es darüber hinaus Fachinformationen.

Schaltkasten für Lichtsignalanlagen
Schaltkasten für Lichtsignalanlagen

Die Behörde für Inneres und Sport teilt zu der Anfrage der Bezirksversammlung Folgendes mit:

»In Wandsbek gibt es rund 370 Lichtzeichenanlagen (LZA). Rund 40 % der LZA werden zur Nachtzeit abgeschaltet. Die Abschaltzeiten der LZA liegen je nach Örtlichkeit zwischen 20.00 und 23.00 Uhr. Die Wiedereinschaltung am Morgen erfolgt um 05.00 Uhr oder 06.00 Uhr, an den Wochenenden auch ein bis zwei Stunden später.

Die Kosten für die Einrichtung einer Nachtabschaltung betragen etwa 500 Euro, wenn die LZA mit einem zentralen Verkehrssignalrechner (VSR) verbunden ist und die Nachtabschaltung über den VSR programmiert werden kann und bis zu 6.000 Euro, wenn hierfür Arbeiten am Schaltgerät vor Ort notwendig werden.

Die möglichen Einsparpotentiale bei der Abschaltung von Lichtzeichenanlagen sind gering. Das maximale Einsparpotential für einen vierarmigen Knoten mit 20 Signalgebern beträgt bei 8 Stunden Nachtabschaltung - je nach Signalleuchtentyp - zwischen ca. 45 und 250 Euro pro Jahr. Die geringfügige Senkung der Betriebskosten steht in keinem Verhältnis zu dem volkswirtschaftlichen Schaden von über 5.000 Euro, der schon bei nur einem Verkehrsunfall mit leichtem Sachschaden gemäß Unfallkostenrechnung der Bundesanstalt für Straßenwesen an einer abgeschalteten LZA entsteht.

Vor diesem Hintergrund ist eine vermehrte Abschaltung von Lichtzeichenanlagen in Hamburg grundsätzlich nicht geboten und aus Gründen der Verkehrssicherheit und der zu besorgenden volkswirtschaftlichen Schäden auch nicht zu verantworten. Sinngemäß hat der Senat eine Schriftliche Kleine Anfrage (Drucksache 18/4239) zu dem Thema beantwortet. Die Antwort des Senats wurde durch die Veröffentlichung des GDV zu Nachtabschaltungen an Lichtsignalanlagen „Unfallforschung kommunal“ vom August 2008 noch einmal untermauert (vgl. Anlagen). Am Sachstand hat sich seither nichts geändert.

Die „LZA-Abschaltpraxis“ in Hamburg hat sich über viele Jahre bewährt. Die Anzahl der gegenwärtig abgeschalteten LZA stellt auch in Wandsbek einen ausgewogenen Kompromiss zwischen den unabweisbaren Erfordernissen der Verkehrssicherheit und einem möglichst ungehinderten Verkehrsfluss mit geringen Lärm- und Abgasemissionen zur Nachtzeit dar. Änderungen der Nachtabschaltungen sind insofern nicht vorgesehen.«

Quelle: FHH, Bezirksamt Wandsbek, öffentliche Bekanntmachung der Sitzung des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses am Donnerstag den 25.06.2015