23.04.2013

Folge 25: Lokstedter Weg

Von: Ulf Dietze, Lutz Räbsch
Fotos vom Lokstedter Weg. Aufgenommen an unterschiedlichen Tagen Anfang April 2013. Es gibt mehrere Baustellen, die »wandern«.

Nicht dass Sie denken, es gäbe keine schrillen Baustellenlösungen mehr. Aber wir haben uns gedacht: Unsere Serie hat doch nun nachgewiesen, dass da ein Problem existiert. RadfahrerInnen werden an Arbeitsstellen nicht ernst genommen; Folge: Radfahrende nehmen irgendwann auch anderswo Verkehrsregeln nicht mehr so ernst.

Aber nach 24 Folgen der Serie Baustellenschilderlotterie dachten wir eben: Nun ist auch mal gut. Außerdem waren intern schon einige Leute genervt, dass die News-Spalte immer voll ist von falschen Schildern und Beiträgen der Schwesterserie »Radwege sind Aufenthaltsorte für ...«. Und da haben wir uns halt eine Pause gegönnt.

So richtig geändert hat sich an der Sachlage bisher jedoch nichts. Wenn Politik und Behörden daran gelegen ist, dass »Personen, die Rad fahren« sich hübsch korrekt verhalten, dann wären witzbefreit aufgestellte Verkehrsschilder immerhin ein kostenneutral umsetzbarer Anfang.

Anbei nun Bilder vom Lokstedter Weg. Es werden irgendwelche Erdarbeiten durchgeführt. Der Radverkehr ist allen Beteiligten egal. Der Radweg ist hier sonst benutzungspflichtig. Voraussetzung dafür ist bekanntlich eine besondere örtliche Gefahrenlage. Jetzt sind hier Baustellen, deren Position sich ständig verändert und der Radverkehr muss sehen, wo er bleibt.

Dass jetzt widerrechtlich auf dem Gehweg Rad gefahren wird, wundert da nicht. Dahinter steckt dieselbe Überlegung, die hier auch die Benutzungspflicht begründet: Alles außer Nebenfläche ist gefährlich.

So schafft die Straßenverkehrsbehörde sich ein Verhalten, das sie dann unter dem Begriff »Kampfradler« wieder anprangern kann. – Wir wollen nicht falsch verstanden werden: Rücksichtsloses Verhalten ist nicht akzeptabel. Aber diese Art von nicht-Verkehrsregelung und in-die-ausweglose-Situation-Leiten führt zu Fehlverhalten und einer allgemein abnehmenden Akzeptanz für Regeln. Dahinter steckt der Gedanke: Ich werde als Radfahrer nicht ernst genommen, dann brauche ich sicher auch die Regeln nicht ernst zu nehmen.

Wäre der Radverkehr den Straßenverkehrsbehörden nicht egal, würden sie sicher eine ordentliche Verkehrsführung anordnen. Nicht vergessen: Der Radverkehr ist dem Kraftfahrzeugverkehr gleichberechtigt!

Wann immer der Kraftfahrzeugverkehr von einer Baustelle betroffen ist, gibt es grundsätzlich umfassende Verkehrsführungen durch Schilder, Fahrbahnmarkierungen und Hinweisschilder, die zum Teil schon einen Kilometer vorher die Autofahrer auf die Bauarbeiten aufmerksam machen. Diese Schilder stehen dann niemals auf der Fahrbahn – aber gerne auf dem benutzungspflichtigen Radweg daneben ...