Verkehr
28.07.2011

Hintergrund zur Serie Baustellenschilderlotterie

Von: Stefan Eli, Ulf Dietze, Lutz Räbsch

 

Mitarbeiter von Baufirmen stellen häufig für RadfahrerInnen ungewöhnliche oder falsche Verkehrsschilder auf. Mit Humor betrachtet könnte man meinen, dass die Schilder in der Montagsrunde der Baufirmen verlost werden. Und mancher zieht bei dieser Baustellenschilderlotterie dann eben eine Niete.

So lustig ist es denn aber doch nicht, wenn irgendein Verkehrsschild den Radverkehr regeln soll. Häufig finden wir »gemeinsamer Geh- und Radweg«, also ein Schild, das die Benutzungspflicht anzeigt, an einem Weg, der gar nicht benutzungspflichtig ist.

Sowas ist doch Quatsch ... (Bild aus Folge 29)

Es ist schon skurril, eine Strecke gerade dann zwangsweise von Radfahrenden befahren zu lassen, wenn sie wegen einer Baustelle physisch gar nicht mehr vorhanden ist. Korrekt wäre es, die Radfahrenden einfach weiter auf der Fahrbahn zu belassen und sich die Schilder an der Baustelle zu sparen. Und wenn dort ohne Baustelle »Gehweg/Radfahrer frei« besteht, dann kann man dies Schild auch an der Baustelle vorsehen.

Es wäre eigentlich Aufgabe der Straßenverkehrsbehörde, auf die korrekte Beschilderung zu achten. Aber da heißt es, man hätte nicht genug Zeit, dies zu kontrollieren. Nochmal zum Mitschreiben: Da regeln Unbefugte mit wirren Zeichen eigenmächtig den Verkehr und die zuständige Polizei findet es nicht wichtig genug, sich darum zu kümmern – oft selbst auf konkreten Hinweis hin nicht.

Fehlverhalten von Radfahrenden hat auch damit zu tun, dass sie sich in der Verkehrsplanung nicht ernst genommen fühlen. Solche Baustellen verstärken diesen Eindruck. Es ist kein großes Wunder, dass sich viele dann ganz allgemein ihre eigenen Regeln machen.

Unsere Serie soll für das Thema sensibilisieren. In der Regel melden die Fotografen der gezeigten Situation die Problemstelle an das zuständige Polizeikommissariat, was auch gelegentlich zu besseren Lösungen führt. Es darf allerdings nicht so bleiben, dass die Radfahrenden sich ihre Wege erst freitelefonieren müssen.

28.07.2011 (eine leicht überarbeitete Version des Textes erschien in RadCity 6/2012)

Meldungen zu falsch beschilderten oder gefährlichen Baustellen können Sie über die Onlinewache der Hamburger Polizei melden. Dort gibt es eine Rubrik für Mitteilungen.