23.06.2012

Goldbekufer & Co. – weitere Einbahnstraßen freigegeben

Von: Ulf Dietze
Einbahnstraße Kattowitzer Weg in Hamburg Dulsberg.
Kattowitzer Weg: Liegt in der Nähe einiger der nun freigegebenen Straßen. Es ist kein Grund erkennbar, warum denn nun gerade in dieser Straße die Einbahnregelung weiterbestehen muss.

In einigen weiteren Einbahnstraßen können Radfahrende demnächst auch in Gegenrichtung fahren:

  • Bredstedter Straße
  • Elsässer Straße
  • Eupener Straße
  • Goldbekufer
  • Haderslebener Straße
  • Hamelausweg
  • Metzer Straße

Hierzu liegen entsprechende Anordnungen der örtlichen Polizeikommissariate (PK) vor. Entweder sind die notwendigen Zusatzschilder bereits montiert oder dies passiert in Kürze. Zurück geht deren Beschäftigung mit der Frage der Freigabe auf eine Absprache des ADFC mit der Verkehrsdirektion aus dem Februar dieses Jahres. Zuvor hatte der ADFC seine Rechtsposition dargelegt.

Als Begründung für die Freigabe nennen die PKs nun jeweils eine Auswahl unter anderem der folgenden Argumente:

  • Schaffung direkter Radverbindungen ohne Umwegfahrten
  • geringe Kfz-Belastung
  • kaum Durchgangsverkehr
  • ausreichend Ausweichmöglichkeiten
  • kurze, überschaubare Straße
  • Die Einbahnstraße wird ohnehin häufig von Radfahrern in falscher Richtung benutzt, ohne dass es in diesem Zusammenhang eine auffällige Unfalllage gab.

Andere Kommissariate schreiben einfach und doch erschöpfend, dass die Vorgaben der Prüfkriterien der Verkehrsdirektion erfüllt seien und damit der Freigabe nichts entgegen stünde.

Rund um die nun freigegebenen Einbahnstraßen gibt es weitere, für die uns (bislang) keine Freigabeentscheidung vorliegt. Eine Begründung für das Beibehalten der Einbahnregelung dürfte dabei schwer fallen, da die oben genannten Gründe auch auf andere Straßen übertragbar ist. Rund 270 Einbahnstraßen, in denen Radverkehr in Gegenrichtung verboten ist, sind dem ADFC bislang bekannt, etwa 170 sind in Gegenrichtung freigegeben. Sie können sich weiter an der Erhebung beteiligen.

Auch aus Kreisen der Polizei kam mittlerweile die Ansage, dass es aus rechtlicher Sicht eigentlich schwieriger ist, eine Einbahnstraße zu erhalten als sie – auf welche Weise auch immer – zu öffnen. Da auch die Forschung und die Unfallstatistik für die Freigabe sprechen, sind weitere Öffnungen zu erwarten.