11.12.2014

»Alsterachsen«: Fahrradstraße Harvestehuder Weg eingeweiht

Von: Merja Spott, Dirk Lau

Die erste Baumaßnahme zur Verbesserung der Fahrradverbindungen rund um die Alster ist so gut wie fertig. Der Harvestehuder Weg links der Alster, der von der Krugkoppel bis zur Alten Rabenstraße (Bodos Bootssteg) geht, wurde gestern zur Fahrradstraße umgewidmet.

Große Banner erklären die Verkehrsregeln der Fahrradstraße
Große Banner erklären die Verkehrsregeln der Fahrradstraße
Die Aufpflasterung zu Beginn der Fahrradstraße ist deutlich radfahrgerechter ausgeführt als noch zum Beispiel in Uferstraße und Lortzingstraße
Die Aufpflasterung zu Beginn der Fahrradstraße ist deutlich radfahrgerechter ausgeführt als noch zum Beispiel in Uferstraße und Lortzingstraße
Wer auf der Seite der parkenden Autos fährt, muss den Gegenverkehr abwarten oder fährt in dem Bereich, der durch eine plötzlich geöffnete Tür zur Falle wird
Wer auf der Seite der parkenden Autos fährt, muss den Gegenverkehr abwarten oder fährt in dem Bereich, der durch eine plötzlich geöffnete Tür zur Falle wird
Aber es sieht jetzt auch nicht gerade überfüllt aus
Aber es sieht jetzt auch nicht gerade überfüllt aus
Alsterchaussee/Harvestehuder Weg/Fährdamm: Bordsteine vor den Nebenstraße zeigen die Vorfahrtberechtigung der Fahrradstraße
Alsterchaussee/Harvestehuder Weg/Fährdamm: Bordsteine vor den Nebenstraße zeigen die Vorfahrtberechtigung der Fahrradstraße
Restarbeiten sind unter anderem im Bereich der Gehwegnasen und Fahrbahnmarkierungen zu erledigen
Restarbeiten sind unter anderem im Bereich der Gehwegnasen und Fahrbahnmarkierungen zu erledigen (Fotos: Merja Spott, Andrea Kupke)

Radfahrende haben also ab sofort Vorrang auf der Straße entlang den Alsterwiesen, sie dürfen jederzeit nebeneinander fahren und als Höchstgeschwindigkeit für alle Fahrzeuge gilt dort nun Tempo 30. Die Fahrradstraße löst den alten, viel zu schmalen und gefährlichen Zweirichtungsradweg in den Alsterwiesen ab.

Motorisierter Verkehr ist im Harvestehuder Weg allerdings weiterhin erlaubt. Wohl auch mit Rücksicht auf die hier entlang kurvenden Stadtrundfahrtbusse hatten sich die Behörden zu diesem Zugeständnis an den Kfz-Verkehr entschlossen. Die verengte Fahrbahn erhielt dafür einen schönen neuen, glatten Asphalt und die Parkplätze zur Alster hin wurden komplett zurückgebaut, um die Alsterwiesen zu vergrößern. Allerdings blieben die Parkplätze zur bebauten Häuserseite hin erhalten, was der ADFC in der Planungsphase kritisiert hatte. Sie sind nun auf der Fahrbahn abmarkiert. Kommen Autos aus südlicher Richtung entgegen, müssen also auch Radfahrende vor diesen Hindernissen auf der Fahrbahn abbremsen. Die Planer wollen aber damit dazu beitragen, dass der verbliebene Kfz-Verkehr in der Straße weiter entschleunigt bzw. beruhigt wird.

An den Einmüdungen von Nebenstraßen zur Fahrradstraße gibt es nun Aufpflasterungen mit abschließendem Bordstein. Wer in den Harvestehuder Weg fahren will, merkt also gleich, dass der Verkehr auf der Fahrradstraße Vorrang hat.

Nicht alle Maßnahmen sind bereits fertiggestellt. Noch fehlen Gehweganbindungen an die neuen »Bordsteinnasen«, auch die Markierung für den Zebrastreifen ist noch nicht aufgetragen.

Trotzdem kam die neue Fahrradstraße bei ersten Testfahrten von Radfahrenden überwiegend gut an. Positiv fiel auf, dass Autos im Harvestehuder Weg nun merklich langsamer unterwegs sind. Auch die großen Banner, die den VerkehrsteilnehmerInnen die Regeln der Fahrradstraße erläutern, sind zu begrüßen. Abzuwarten bleibt, ob die umstrittenen Parkplätze auf der Fahrbahn ihren »ausbremsenden« Zweck wirklich erfüllen werden und ob sich der Autoverkehr verlagert und damit die Fahrradstraße noch besser nutzbar wird. Eine Fahrradstraße, die weiterhin für den Kfz-Verkehr frei ist, muss sich erst noch bewähren. Geben wir dem Harvestehuder Weg eine Chance.