17.10.2012

Fahrradstraße Falkensteiner Ufer

Von: Dirk Lau
Altonas erste 1315 Meter Fahrradstraße beginnen am Falkensteiner Ufer.
Das Verkehrsschild sieht schon etwas ramponiert aus, ist aber neu.
Das Fahrbahngemälde am Falkensteiner Weg ist gut gemeint, aber nicht nötig. Mal schau'n, wie die Cyclassics-Profis da rüberruckeln werden.
Wenn die Kröten wandern, gehen die Schranken runter und müssen auch die „Anlieger“ einen anderen Weg nehmen.
Kurz vor dem Elbe Camp beginnt (oder endet) Altonas erste Fahrradstraße.

Am Falkensteiner Ufer in Blankenese stehen seit gestern die ersten blauen Schilder, über die wohl kein Radfahrer und kein Fahrradclub der Welt schimpfen wird. Denn unter dem blauen Kreis mit weißem Fahrradpiktogramm, das ja eine Radwegebenutzungspflicht anzeigt, steht das magische Wort: »Fahrradstraße«!

Auf einer Gesamtlänge von 1.315 Metern – vom Elbe Camp bis zum Strandweg – haben Radfahrer damit jetzt am schönen Elbstrand Vorfahrt vor anderen Fahrzeugen.

Zwar hängt – kleiner Wermutstropfen und unvermeidliches Zugeständnis an die Anwohner – ein Zusatzschild „Anlieger frei“ darunter. Doch die Blechkistenflut, die insbesondere an sonnigen Tagen bislang alles überspült und das Naherholungs- und Naturschutzgebiet in den Ausnahmezustand versetzt, wird hoffentlich der Vergangenheit angehören. Immerhin ist dieser Straßenabschnitt auch Teil des sehr beliebten Elberadwegs.

„Ich freue mich für die Radfahrer“, sagt Anwohner Benjamin Harders, der sich seit mehreren Jahren für eine Lösung der Verkehrsprobleme und den Schutz der hier gern auf Wanderschaft gehenden Kröten eingesetzt hat. Natürlich gilt auch in dieser Fahrradstraße das oberste Gebot der Straßenverkehrsordnung, dessen Bedeutung die allermeisten Radfahrer kennen und achten: gegenseitige Rücksichtnahme. Damit auch andere Verkehrsteilnehmer, insbesondere die motorisierten, sich an die neuen und alten Regeln gewöhnen, hat das Bezirksamt angekündigt, seinen Ordnungsdienst ein besonders waches Auge auf die Straße werfen zu lassen. Denn nicht jeder Autofahrer, der an den Elbstrand will, hat auch gleich ein „Anliegen“…

Bleibt zu hoffen, dass diese Fahrradstraße nur der Anfang ist und der Bezirk Altona den Radverkehr auch an anderen, politisch womöglich etwas  schwieriger durchzusetzenden Stellen voranbringen will. Tempo 30 auf der Elbchaussee, mehr und bessere Fahrradabstellanlagen, Radfahrstreifen auf der Osdorfer Landstraße sowie weitere Fahrradstraßen stünden ganz oben auf der Wunschliste.

Artikel "Verkehrskonzept für das Blankeneser Elbufer" (2011)