27.01.2014

Radfahrstreifen Billstedter Hauptstraße

Von: Thomas Mohr, Georg Sommer

Der Rückbau von vier auf zwei Fahrstreifen und die Neuanlage von Radfahrstreifen erweisen sich als Erfolg.

Billstedter Hauptstraße Richtung Osten mit Sprunginsel für Fußgänger. Der weiße PKW steht auf dem Radfahrstreifen im Halteverbot.

Zu einem Themenabend über die Umgestaltung der Billstedter Hauptstraße lud das Bezirksamt am 22. Januar ein. 50 Zuschauer kamen ins Gemeindezentrum der Kreuzkirche Schiffbek, um über die Erfahrungen mit den Radfahrstreifen auf der Strecke zu diskutieren. Im April 2012 war die Billstedter Hauptstraße zwischen Am Alten Zoll und Reclamstraße neu gestaltet worden: Der Fahrradverkehr wurde zugunsten breiterer Fußwege auf Radfahrstreifen verlegt, der Raum für Kraftfahrzeuge  von vier auf zwei Spuren reduziert. Im Bereich der Fußgängerbrücke kam eine ebenerdige Querungshilfe dazu. Verkehrszählungen und eine Online-Befragung sollten helfen, die Wirkung des Umbaus zu bewerten.

Bei der Veranstaltung im Gemeindezentrum Kreuzkirche Schiffbek moderierte Herr Mathe (Fachamt Stadt und Landschaftsplanung) die teilweise kontroverse Diskussion. Herr Weiler vom Fachamt Management des Öffentlichen Raums stellte zunächst den Zusammenhang des Projekts und die Schritte der Umgestaltung vor. Frau Weber von der STEG referierte die Ergebnisse der Online-Umfrage. Die war zwar nicht repräsentativ, gab aber dennoch ein eindeutiges Meinungsbild ab, nämlich große Zustimmung zu Radfahrstreifen und Fahrbahnverengung. Auch die Ergebnisse von Verkehrsgutachten und Zählungen waren ermutigend:  »Es gibt keine signifikante Verkehrsverlagerung aber auch keine Beeinträchtigung des Verkehrsflusses,« berichtete Herr Hitsch vom Verkehrsplanungsbüros SBI, der die Studien präsentierte. Auch Polizeivertreter stellten keine erheblichen Rückstaus fest.

Aus der Pilotphase kann also eine Dauerlösung werden, befand Herr Weiler vom Bezirksamt auf Grundlage der ermutigenden Ergebnisse. Ein paar Probleme gibt es aber schon noch, beispielsweise mit parkenden Fahrzeugen auf den Radfahrstreifen. Trotz gegenteiliger Gutachten und Verkehrszählung gab es auch einige Stimmen Unzufriedener, die sich über Dauerstaus beklagten. Der überwiegende Teil der Zuschauer wertete die Umgestaltung aber positiv. Parteiübergreifend gab es ebenfalls einen Konsens, die Veränderung als Dauerlösung zu behalten, wobei Stimmen aus der CDU geteilter Meinung waren. Somit dürfte einer Beibehaltung der Radfahrstreifen als Dauerlösung nichts im Wege stehen. Sogar ein Ausbau auf dem weiteren Verlauf der Billstedter Hauptstraße wurde schon angedacht, jedenfalls äußerte sich Frau Gröhn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Bezirk Mitte in diese Richtung.

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