08.06.2015

Radfahrstreifen Glacischaussee

Von: Dirk Lau, Ulf Dietze

Es tut sich was in der To-be-Fahrradstadt Hamburg: Jüngst erst wurde die Feldstraße bemalt, jetzt war die westlich angrenzende Glacischaussee dran und erhielt Radfahrstreifen.

Vor ein paar Tagen auf der Glacischaussee: Frische Streifen
Vor ein paar Tagen auf der Glacischaussee: Frische Streifen

Diese 700 m lange, von Bäumen gesäumte Verbindung von Johannes-Brahms-Platz und Millerntor liegt direkt am Heiligengeistfeld und ist sehr, sehr breit, eine Chaussee eben. Links und rechts parken in beide Richtungen Autos, wenn Jahrmarkt ist, wird sie gesperrt und wenn Marathon ist, auch. Wer hier lang radelt, will von den Landungsbrücken oder der Reeperbahn zum Dammtor oder nach Harvestehude an die Alster. Viel Autoverkehr ist hier nicht unterwegs. Viele Radfahrer nahmen sich daher schon bisher in der Glacischaussee den Platz, den sie brauchten. Die neuen Radfahrstreifen erleichtern es weiteren Radfahrenden, im Sichtfeld der Autofahrer zu fahren. Insofern ist das Markieren ein richtiger Schritt.

Allerdings muss sich die Hamburger Radverkehrspolitik endlich trennen von ihrer Maxime »Radverkehr fördern, solange es dem Autofahrer nicht wehtut«. Denn die neuraligischen Straßen, wie die B4 (etwa die Budapester Straße oder die Stresemannstraße) oder die Straße An der Alster, die für viele Radfahrer ein echtes Ärgernis darstellen, werden bislang nicht angefasst. Dort müsste die Stadt dem Autoverkehr etwas wegnehmen, wollte sie wirklich fahrradfreundliche und verkehrssichere Lösungen schaffen.