29.04.2017

Radfahren auf der »Fuhle«

Von: Andrea Kupke, Ulf Dietze

Eine Anleitung für Schüler und Schülerinnen

Warum gibt es immer mehr Radfahrstreifen
– zum Beispiel auf Hamburgs neuen Velorouten?

Radfahrer werden von Autofahrern auf den „normalen“ Radwegen schlecht gesehen, weil Radfahrer versteckt hinter parkenden Autos und Bäumen fahren. An Einfahrten und Kreuzungen kann es dann leicht zum Unfall kommen, weil Autofahrer nicht mit Radfahrern rechnen. Fährst du als Radfahrer mit auf der Fahrbahn, z.B. auf Radfahrstreifen, so besteht diese Gefahr nicht.

Die Streifen sind also sicherer, obwohl es sich manchmal anders anfühlt, weil die Autos viel dichter an einem vorbeifahren.

Noch besser: Auf den Streifen fährt es sich besonders gut. Die Fahrbahn ist eben, wird nicht durch Einfahrten unterbrochen und verläuft ohne Schlenker. Im Winter wird sogar der Schnee weggeräumt.

Fußgänger mit Hunden an langen Leinen findest du auf dem Radfahrstreifen zum Glück auch nicht.

Radfahrstreifen/Schutzstreifen

Radfahrstreifen

Mal heißt es Schutzstreifen, mal Radfahrstreifen: Gemeint sind in beiden Fällen die für Radfahrer markierten Streifen am Fahrbahnrand.

Schutzstreifen haben eine gestrichelte Linie – sie dürfen von Autos auch mal mit benutzt werden, wenn die Straße so eng ist, dass sich große Fahrzeuge sonst nicht begegnen können. Natürlich dürfen Radfahrer dadurch nicht gefährdet werden!

Radfahrstreifen sind etwas breiter und haben eine durchgezogene Linie. Autos dürfen nicht darauf fahren.

Übrigens: Autofahrer müssen zu Radfahrern immer einen ausreichenden Überholabstand einhalten. Das sind etwa 1,5 Meter. Der Abstand ist auch dann vorgeschrieben, wenn der Radfahrer auf einem Schutzstreifen oder Radfahrstreifen fährt.

Welche Ampel gilt?

Wenn du auf der Fahrbahn oder einem Radfahrstreifen fährst, gelten für dich die Ampeln für den Fahrzeugverkehr. Meistens sind das die selben Ampeln wie für die Autofahrer. Manchmal gibt es extra Radfahrerampeln.

An großen Kreuzungen kann es komplizierter sein.

Bushaltestellen

Im Bereich von Bushaltestellen ist der Radfahrstreifen unterbrochen, du fährst einfach durch die Haltestelle hindurch.

Wenn ein Bus in der Haltestelle steht, wählst du:

  • Erste Möglichkeit: Warte hinter dem Bus, bis er weiterfährt. Das ist für dich einfacher und für die Leute im Bus geht es dann auch flotter voran.
  • Zweite Möglichkeit: Du guckst dich um. Wenn es eine Lücke im Verkehr gibt, machst du Handzeichen, ordnest dich in die Fahrspur neben der Haltestelle ein und fährst am haltenden Bus vorbei. Das darfst du nicht, wenn der Bus bereits durch Linksblinken die Weiterfahrt ankündigt.

Wo fährst du

  • Kinder unter 8 Jahren müssen auf dem Gehweg oder einem baulich von der Fahrbahn getrennten Radweg fahren. Fahrbahn, Radfahr- und Schutzstreifen dürfen sie nicht benutzen.
  • Beim Fahren auf dem Gehweg darf eine mindestens 16 Jahre alte Aufsichtsperson das Kind begleiten. Auf Fußgänger müssen beide besonders Rücksicht nehmen.
  • Kinder im Alter von 8 und 9 Jahren dürfen den Gehweg oder den Radweg/Radfahrstreifen/Schutzstreifen benutzen. Dort, wo es Erwachsene dürfen, dürfen sie auch auf der Fahrbahn fahren.
  • Für Kinder ab dem 10. Geburtstag gelten die selben Regeln wie für Erwachsene. Wo eines dieser drei Verkehrsschilder am Weg steht, musst du den Radweg befahren:


Radweg
gemeinsamer Geh- und Radweg
getrennter Geh- und Radweg

Wo das Schild nicht steht, darfst du auf der Fahrbahn fahren.

Linksabbiegen

Radspur zum Linksabbiegen in der allgemeinen Linksabbiegespur markiert. adfc hh/andrea kupke
Eine Linksabbiegespur. Hier mit einem eigenen Bereich für Radfahrer

Du hast zwei Möglichkeiten zum Linksabbiegen.

  • Erste Möglichkeit: Du kannst direkt abbiegen. Dazu benutzt du den Linksabbiegestreifen, den auch Autofahrer befahren. Vorher musst du dich umgucken, durch Handzeichen den Spurwechsel ankündigen und dich einordnen. – Das solltest du mit einem Erwachsenen üben, bevor du es allein machst. Das kann man gut am Sonntag machen, wenn weniger Autos unterwegs sind.
So biegst du indirekt ab.
  • Zweite Möglichkeit: Du kannst indirekt abbiegen. Dazu fährst du erst geradeaus über die Kreuzung und wartest dort. Von dieser Ecke aus fährst du dann über die andere Fahrbahn (so ähnlich also, wie du es als Fußgänger machst).

An der Kreuzung Fuhlsbüttler Straße/Hellbrookstraße und an der Fuhle/Lauensteinstraße gibt es besondere Markierungen. Sie sollen das indirekte Abbiegen erleichtern. Dort fährst du zum Abbiegen zunächst hinein. Nun wartest du bis kein Verkehr mehr kommt und biegst zuende ab.  Solltest du unsicher sein, fährst du erst, wenn die Fußgängerampel auf Grün springt oder wenn die Autos Grün bekommen, die mit dir zusammen über die Fahrbahn wollen.

Rechtsabbiegen

Eine Radspur führt geradeaus. Wer nach rechts abbiegen möchte, ordnet sich im rechten Fahrstreifen ein.

Zum Rechtsabbiegen gibt es manchmal einen Radfahrstreifen. Wo es den nicht gibt, ordnest du dich in der rechten Fahrspur ein. Manchmal gibt es dort sogar Fahrradsymbole.

Als abbiegender Radfahrer musst du auf Fußgänger achten, die bei der Ampel über die Straße gehen.

Falsch geparkte Autos

An dem falsch geparkten Auto musst du links vorbeifahren.

Leider sind manche Menschen sehr bequem und rücksichtslos. Sie parken einfach auf deinem Streifen.

Das ist ärgerlich und kann sogar gefährlich werden. Beim Vorbeifahren musst du dich aufmerksam umgucken, Handzeichen geben und dich vergewissern, dass du in die Fahrspur der Autos hineingelassen wirst. Wenn du nicht sicher bist, halte lieber an und warte auf eine Lücke im Autoverkehr. Dann kannst du an dem Falschparker vorbeifahren.

Die wichtigsten Tipps zum sicheren Radfahren

  • Fahre selbstbewusst, bleibe dabei aber vorsichtig.
  • Verhalte dich eindeutig und vorausschauend.
  • Wenn du nach links oder rechts willst, zeige das rechtzeitig an.
  • Suche Blickkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern.
  • Halte Abstand – auch Seitenabstand zu parkenden Fahrzeugen.
  • Beim Abbiegen sind PKW und LKW für Radfahrer am gefährlichsten. Sei dort besonders aufmerksam.
  • Fahre niemals auf der linken Seite der Fahrbahn – auch nicht auf einem linken Radweg.
  • Dein Fahrradlicht muss immer in Ordnung sein. Wenn es nicht richtig geht, sprich deine Eltern an!

Weitere Hinweise gibt es hier: 
Tipps für dich

(Das Infoblatt »Radfahren auf der Fuhle« erschien zunächst im Februar 2015. Wegen einer StVO-Änderung zu den Verkehrsregeln für Rad fahrende Kinder haben wir es überarbeitet).

Diese Informationen als PDF downloaden:

Für jüngere Kinder haben wir das Faltblatt »Kleine Streifenkunde« erstellt