27.11.2013

Kreuzung Ratsmühlendamm/Maienweg: keine Verbesserung für Radfahrende!

Von: Andrea Kupke, Hauke Hell

Im Oktober 2013 wurde die Kreuzung Ratsmühlendamm/Maienweg/Brombeerweg in Fuhlsbüttel fertiggestellt. Die Instandsetzung dieses großen Verkehrsknotens war auch aus Radfahrersicht überfällig. Doch auch nach dem Umbau der Kreuzung lauern dort einige Hindernisse auf Radfahrende.

Die Situation aus Sicht des nach links abbiegenden Radfahrers vor dem Hineinfahren in die Kreuzun. Hat er die Kreuzung in gerader Richtung überquert ...
Die Situation aus Sicht des nach links abbiegenden Radfahrers vor dem Hineinfahren in die Kreuzun. Hat er die Kreuzung in gerader Richtung überquert ...
... soll er sich für den zweiten Teil des Abbiegevorgangs im markierten Bereich aufstellen. Eine für ihn geltende Ampel kann er von hier aus nicht sehen. Er soll nach Ansicht der Planer starten, wenn hinter ihm der Autoverkehr startet.
... soll er sich für den zweiten Teil des Abbiegevorgangs im markierten Bereich aufstellen. Eine für ihn geltende Ampel kann er von hier aus nicht sehen. Er soll nach Ansicht der Planer starten, wenn hinter ihm der Autoverkehr startet.

Autofahrer können an der Kreuzung Ratsmühlendamm/Maienweg nun ganz bequem alle vier Möglichkeiten zum Linksabbiegen nutzen. Radfahrenden dagegen, die dort links abbiegen wollen, ist das nur indirekt möglich: Sie müssen zunächst die Kreuzung geradeaus überqueren und sich dann in dafür vorgesehene »Linksabbiegertaschen« aufstellen, um erst danach im 90-Grad-Winkel nach Links zu fahren. Diese Aufstellbereiche sind auf der Fahrbahn rechts zwischen Schutzstreifen und Fußgängerfurt markiert. Dort warten die Radfahrenden dann vor dem Querverkehr stehend, bis dieser grün bekommt, um endlich zu Ende abbiegen zu können – aus Sicht des ADFC eine umständliche, gefährliche, zeitraubende und alles andere als fahrradfreundliche Lösung.

Wann hab' ich eigentlich grün?

Das besonders Tückische an dieser Kreuzung ist allerdings, dass die Radfahrenden in der Linksabbiegertasche keine auch für sie geltende Ampel sehen können, weil alle Ampeln für den Fahrverkehr vor der Kreuzung aufgestellt – sie also von den Aufstellflächen aus gar nicht zu sehen sind. Wer also nun mit seinem Rad vor den haltenden Autos steht, um links abzubiegen, fragt sich natürlich, wann er denn jetzt grün hat und losfahren darf.

Grün ist, wenn hinter dir alle losfahren ...

Beim ADFC gingen aufgrund dieser Situation Beschwerden besorgter RadfahrerInnen ein. Vom für die Ampelschaltungen zuständigen Landesbetrieb erfuhr der Club daraufhin, dass Ampeln für den Radverkehr nicht etwa vergessen worden seien. Diese seien vielmehr in der StVO gar nicht vorgesehen, obendrein sehr aufwendig und würden außerdem zu Irritationen führen. Dass er Grün habe, erkenne jeder Radfahrende doch ganz einfach daran, dass der Kfz-Verkehr anfahre und der parallele Fußverkehr grün habe, so die verblüffende Auskunft der Behörde.

Denn laut der zum 1. April 2013 geänderten StVO gelten Fußgängerampeln nicht für Radfahrende. Diese sollen vielmehr eigene Ampeln erhalten, die ihnen länger grün zeigen als dem langsameren Fußverkehr. Für den entsprechenden Umbau aller Lichtsignalanlagen wurde den Kommunen eine Übergangsfrist bis Ende 2016 eingeräumt. Dass die Stadt Hamburg bei einer aktuell sanierten Kreuzung wie der am Ratsmühlendamm/Maienweg anfahrende Autos oder sogar Fußgängerampeln als Grünsignal für den Radverkehr plant und leider auch baut, widerspricht der StVO.   

Verschärft wird das Problem dadurch, dass an dieser Kreuzung erneut versucht werden soll, Radfahrende vom direkten Linksabbiegen abzuhalten. Dass diese den Wunsch hegen könnten, haben die Planer offenbar irgendwie geahnt: Hohe Kantsteine und durchgezogene Linien neben den Abbiegerspuren sollen die Radfahrenden am direkten Linksabbiegen hindern. Die Folge sind die oben beschriebenen Verschlechterungen für den Radverkehr.

Hier geht es in den Brombeerweg. Wer weiter hinten nach links abbiegen will, muss schon im Auto auf der Fahrbahn fahren. Für Radfahrende ist keine Abbiegemöglichkeit vorgesehen.
Hier geht es in den Brombeerweg. Wer weiter hinten nach links abbiegen will, muss schon im Auto auf der Fahrbahn fahren. Für Radfahrende ist keine Abbiegemöglichkeit vorgesehen.

Wollen Radfahrende niemals in die Hummelsbütteler Landstraße?

Eine weiteres Ärgernis bei diesem Umbau ist das weiterhin nur schlecht mögliche Abbiegen in die Hummelsbütteler Landstraße, die etwas weiter nördlich vom Brombeerweg nach links abzweigt. Will man mit dem Rad über die Kreuzung Maienweg/Ratsmühlendamm in den Brombeerweg und weiter in die Hummelsbütteler Landstraße, muss man eigentlich gleich wieder vom Radweg auf die Fahrbahn springen und sich dort auf der linken Spur einordnen, um etwa 200 m weiter links in die Hummelsbütteler Landstraße einbiegen zu können. Eine andere Führung gibt es nicht. Wer auf dem Radweg weiterfährt, landet leider in einem anderen Stadtteil ...