14.10.2014

Ratsmühlendamm: Nachbesserung?

Von: Ulf Dietze

Muss der Radfahrende nach Beginn des indirekten Abbiegevorgangs noch eine Ampel beachten?

Nun auch offiziell: Die Kreuzung Brombeerweg/Ratsmühlendamm/Maienweg schafft Probleme für den Radverkehr.

Der ADFC hält die Gestaltung der Abbiegewege für den Radverkehr in der Kreuzung Brombeerweg, Ratsmühlendamm, Maienweg für teilweise gefährlich. Die Mängel hat er gegenüber den Kreuzungsplanern benannt. Zunächst wurde die Kritik abgewiesen. Doch nun - einige Monate später - gibt es offenbar doch Zweifel, ob in dieser Kreuzung alles so gelungen ist.

Die Vorgeschichte hatten wir im Artikel »Gut gemeint ist nicht gut gemacht« in unserer RadCity bereits im Februar 2014 veröffentlicht. Die bis dahin offenbar von den Planern als unklar empfundene Rechtslage zum indirekten Abbiegen hatten wir ebenfalls recherchiert.

Eine zufriedenstellende Antwort bekamen wir vor und nach der Veröffentlichung vom LSBG nicht, ganz zu schweigen von einer Lösung des eigentlichen Problems für die Verkehrssicherheit.

In seinem Rechenschaftsbericht über das Jahr 2013 gesteht der LSBG nun aber ein, dass die von uns als gefährlich beschriebene Situation tatsächlich ein Problem darstellt. Außerdem wird nun unsere Rechtsauslegung bestätigt.

»Nach Öffnung des Knotens für den Verkehr zeigte sich sehr schnell, dass die Verkehrsführung an zwei Punkten für die Verkehrsteilnehmer nicht verständlich und damit nicht akzeptierbar war. So konnten die Linksabbieger aus dem Ratsmühlendamm in den Brombeerweg nicht erkennen, dass der entgegenkommende Geradeausverkehr zeitgleich ein grünes Ampellicht hatte. In der Folge kam es mehrfach zu Auffahrunfällen. Um diese Gefahr auszuschließen, wurde nachträglich eine eigene Grünphase für die Linksabbieger geschaltet.

Diese Wegebeziehung zeigte sich auch für die Radfahrer kompliziert. Der Radfahrer findet zwar seinen Weg sicher in die dafür vorgesehene Aufstelltasche, er ist jedoch unsicher, wann er weiterfahren kann, bzw. welches Signal er beachten muss. Die StVO gibt hier vor, dass er fahren kann, wenn der Verkehr es zulässt, er also kein weiteres Signal beachten muss, wie auch der Kfz-Verkehr. Zu diesem Thema gibt es derzeit in den Fachgremien Diskussionen, ob hier nicht doch eine Fahrradampel sinnvoll wäre.« (Quelle: Freie und Hansestadt Hamburg; Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation; Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (Hg.): Geschäftsbericht 2013. August 2014)