04.09.2013

Busbeschleunigung muss Umweltverbund stärken

Von: ADFC Hamburg

In der Stadt sind der Rad- und Fußverkehr die wichtigsten Zubringerverkehre für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Alle drei Verkehrsarten zusammen ergänzen sich als so genannter Umweltverbund auf ideale Weise und bieten so eine attraktive und zukunftsfähige Alternative zum Autoverkehr. Der ADFC Hamburg unterstützt es daher, den ÖPNV mittels Busbeschleunigung zu stärken, wenn diese Maßnahmen zugleich der Stärkung des Umweltverbunds als Ganzes dienen.

Chancen für einen zukunftsfähigen Umweltverbund nutzen

Die Umstrukturierung des öffentlichen Raums im Zuge der Busbeschleunigung muss genutzt werden, um dem gesamten Umweltverbund mehr Raum zu geben. Der Bau gut dimensionierter Haltestellen, Warteflächen, Gehwege und von Radfahrstreifen auf der Fahrbahn ist für die Attraktivität und Sicherheit der umweltfreundlichen Verkehrsträger notwendig und muss Priorität haben. Denn nur so ist es möglich, die Menschen zum Umstieg vom Auto auf die Verkehrsmittel des Umweltverbunds zu bewegen und Hamburgs Straßen wieder für die Menschen sicher und angenehm zu gestalten. Dazu ist ein umfassendes Mobilitätskonzept für die Stadt und ihr Umland notwendig.

Busbeschleunigung und gute Lösungen fürs Fahrrad sind möglich.
Busbeschleunigung und gute Lösungen fürs Fahrrad sind möglich.

Übersichtliche Knotenpunkte als Sicherheitsgewinn für alle

Eine übersichtliche und für alle Verkehrsteilnehmer verständliche Gestaltung von Knotenpunkten muss Vorrang vor dem Ziel haben, den Verkehrsfluss des Kfz-Verkehrs zu verbessern. Kurze Wege für Fußgänger und Radfahrer sowie Ampelschaltungen, die den nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmern keine unnötigen Wartezeiten aufdrängen, erhöhen die Verkehrssicherheit, vor allem für Kinder und Senioren.

Einbeziehung der Bürger durch Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit

Die Stadt muss in ihrer Öffentlichkeitsarbeit deutlich machen, warum die Stärkung der umweltfreundlichen Verkehrsmittel notwendig ist und dass dazu mehr Maßnahmen gehören als die Busbeschleunigung. Immer wieder werden Gehwege, Radfahrstreifen auf der Fahrbahn, Bussonderspuren und Haltestellen von Autofahrern zum Parken und Halten missbraucht. Überhöhte Geschwindigkeiten im Kfz-Verkehr gefährden das Leben von Fußgängern und Radfahrern. Damit wird der Umweltverbund unattraktiv. Deshalb fordern wir flankierend zur Busbeschleunigung eine Überwachung des Kfz-Verkehrs, verstärkte Aufklärung der Autofahrer sowie eine Kampagne zu gegenseitiger Rücksichtnahme im Straßenverkehr.

Beteiligung und Erfolgssicherung

Der ADFC Hamburg bietet der Stadt Hamburg an, seine Ortskenntnis, seine Erfahrung und sein Fachwissen bei den Planungen und Maßnahmen zur Busbeschleunigung einzubringen. Wir fordern, besonders bei der baulichen Gestaltung von Radverkehrsführungen im Zuge der Busbeschleunigung beteiligt zu werden. Außerdem fordern wir, ein Sicherheitsaudit gemäß den Empfehlungen für die Sicherheitsanalyse von Straßennetzen (ESN) durchzuführen, um die Verkehrssicherheit der Radfahrer und Fußgänger zu gewährleisten.