10.10.2010

Markiert – Schutzstreifen im Hofweg

Von: Ulf Dietze

Der »Schutzstreifen für Radfahrer« im Hofweg
erleichtert das Fahren auf der Fahrbahn.

Bekannter ist sicher der mit durchgezogener Linie markierte »Radfahrstreifen«, der rechtlich eine Art Radweg auf der Fahrbahn ist. Der Schutzstreifen, den die Baubehörde jetzt im Sommer markieren ließ, ist mit unterbrochener Linie gekennzeichnet und darf im Begegnungsverkehr z. B. von Bussen überfahren werden – natürlich nur dann, wenn dadurch niemand behindert oder gefährdet wird.

Im Hofweg ist der alte Radweg schon lange nicht mehr benutzungspflichtig gewesen. Völlig korrekt radelten viele also auf der Fahrbahn. Der Schutzstreifen verdeutlicht AutofahrerInnen noch zusätzlich, dass Radfahrer hier tatsächlich hingehören.

Die Fahrbahnbreite reichte wegen der vielen parkenden Autos nicht für Radfahrstreifen aus und anders als in Kopenhagen traut sich die Politik nicht, abgestelltes Blech aus der Straße zu verbannen. So entschied sich die Behörde für Schutzstreifen, die schmaler als Radfahrstreifen sein dürfen.

Radfahrende auf dem Schutzstreifen müssen nun gelegentlich Falschparker auf dem Streifen umfahren, was aber einfacher ist, als Falschparker auf einem Radweg zu umkurven.

Wissenslücken

Problematischer ist, dass seitliche Sicherheitsabstände zu parkenden Autos sehr knapp sind, weil Autofahrer noch nicht verstanden haben, dass ihr Gefährt mit allen vier Rädern hochbord gehört.

Vielen ist offenbar auch unbekannt, dass der Seitenabstand beim Überholen auch zu Fahrrädern auf dem Radfahrstreifen oder Schutzstreifen mindestens 1,5 Meter betragen muss.

Besonders große Vorteile durch den Schutzstreifen ergeben sich an der Kreuzung des Hofwegs mit dem Winterhuder Weg. Dort galt bislang eine weit verschwenkte, über Ampeln und Inseln laufende Radwegführung, die so irre war, dass RadlerInnen stets irgendwo die versteckte Kamera erwarteten. Stattdessen gibt es dort nun eine schnurgerade Furt des Schutzstreifens über alle einmündenden Straßen hinweg.

Insgesamt zeigt das Beispiel Hofweg, dass das Streben nach mehr Radfahrstreifen und Schutzstreifen der richtige Weg ist. Kleine Nachbesserungen sollten folgen. Der Hofweg bildet den Anfang von zunächst 12 km Radfahr- und Schutzstreifen, die die Baubehörde in nächster Zeit realisieren lässt. Weitere sollen folgen.

Ulf Dietze in RadCity 5/2010

Wer den unzureichenden Radweg nicht nutzen wollte, konnte schon bisher auf der Fahrbahn fahren.
Der Schutzstreifen verdeutlicht nun: Hier gehören Radfahrende auf die Fahrbahn.
Wer aus dem Winterhuder Weg geradeaus in den Mühlenkamp wollte, ...
... musste bisher einen unsinnigen und zusätzliche Gefahren verursachenden Umweg fahren.
Jetzt bleiben Fahrräder wie andere Fahrzeuge auf der Fahrbahn und fahren ...
... geradeaus. So ist es übersichtlich, für jeden Autofahrer sofort verständlich und flotter obendrein.
Liebe Pkw-Fahrer: Der rechte Streifen ist die Markierung des Schutzstreifens. Euer Parkraum beginnt erst oben auf dem Bordstein. Lieber Fahrer des Stadtrundfahrt-Busses: Auch wenn ich auf der Radspur fahre und einen Sicherheitsabstand von einem Meter zu den rechts von mir parkenden Autos lasse, musst du mindestens 1,5 Meter Überholabstand einhalten.