30.09.2014

Uhlenhorst: Die Papenhuder Straße soll schöner werden

Von: Andrea Kupke

Busoptimierung und Radverkehrsförderung erreichen nun auch die Papenhuder Straße. Viele Anwohner protestieren. Wir beleuchten die Situation im Detail.

Der Radweg ist eng, schadhaft und an Einmündungen unübersichtlich.
Die Fahrradabstellanlagen reichen nicht aus, um AnwohnerInnen und Kunden ein sicheres Anschließen zu ermöglichen.
Die Fahrbahn ist längst zum Radfahren freigegeben. Viele trauen sich das aber nicht zu. Schutzstreifen können helfen, die Situation übersichtlicher zu gestalten.

Das ist geplant

Im Zuge der Busoptimierung wird auch die Papenhuder Straße neu geplant. Zwischen den bereits vorhandenen Radfahrstreifen im Hofweg und der Mundsburger Brücke soll die Papenhuder Straße Schutzstreifen bekommen. Der Verkehr wird in diesem Abschnitt neu geordnet. Der ADFC begrüßt im Grundsatz diese Planungen des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) und hat seine Anregungen zu einigen Details den Planern zugesandt.

Gewinn für Fußgänger und Gewerbe

Der Radverkehr wird aus den Nebenflächen auf Schutzstreifen am Rande der Fahrbahn verlegt. Die Gehwege sind nach dem Rückbau der Radwege breiter und werden zum Flanieren und Verweilen einladen. Geschäftsauslagen und Außengastronomie können die Gehwege beleben und die Aufenthaltsqualität erhöhen. Vor allem für Kinder und ältere Menschen erhöht sich die Sicherheit.

Ein ähnliches Vorgehen hat sich im Grindelhof bewährt: Aus einer verstopften Straße ohne Aufenthaltsqualität wurde ein Straßenabschnitt mit Flair, wo man wieder gerne draußen sitzt und seinen Kaffee trinkt und Leute trifft. Aktuell wird auch die Fuhlsbüttler Straße als Einkaufsstraße mit Schutz- bzw. Radfahrstreifen versehen und damit die Gehwege den Fußgängern und Bummelnden zurückgegeben. Ausdrücklich auch hier, um die Attraktivität und Sicherheit der Straße für Anwohner, Radfahrende und Geschäftsleute zu erhöhen.

Die Geschäfte profitieren von Menschen, die gerne in eine Straße kommen, sich dort aufhalten und dann auch Besorgungen erledigen: Nicht Autos kaufen ein, sondern Menschen. So bringen auch nicht Parkplätze den Umsatz, sondern das attraktive Umfeld in der Straße.

Sicherheit für Radfahrer

Die bestehenden Radwege der Papenhuder Straße sind in einem nicht verkehrssicheren Zustand, ihre Benutzung ist gefährlich. Man fährt zu dicht an parkenden Autos, viele Radler weichen in ihrer Not unerlaubt auf die Gehwege aus und gefährden dort Fußgänger. An Einmündungen sind die Sichtbeziehungen zwischen Radfahrern und Autofahrern nicht gewährleistet. Die Radwege entsprechen daher nicht dem Stand der Technik.

Radfahrer fahren am sichersten im Sichtfeld der Autofahrer, also auf der Fahrbahn. Auch derzeit schon dürfen Radfahrer die Fahrbahn der Papenhuder Straße befahren. Bislang ist es dort aber etwas unübersichtlich, weil Autos, die in zweiter Reihe parken, die Sicht versperren. Durch Schutzstreifen wird der Straßenraum klar gegliedert.

Die Aufteilung des Straßenraumes, die derzeit dem Autoverkehr höchste Priorität einräumt, soll sich wieder mehr an an den Bedürfnissen der Menschen ausrichten, der Stadtraum für alle Menschen zugänglich und attraktiv sein. Die neue Gliederung der Fahrbahnfläche erlaubt Radfahrenden, Bussen und auch dem Autoverkehr eine übersichtliche Fahrt durch die Straße.

Öffentliche Vorstellung der Pläne und Kritik

Das Vorhaben des LSBG sorgt für große Aufregung. Zur geplanten Präsentation der Straßenplanung im zuständigen Regionalausschuss erschienen im September mehrere Hundert Menschen, die sich mit Plakaten gegen "die Busbeschleunigung" im Allgemeinen wehrten. Die Kritik richtete sich u.a. gegen das Fällen von zwei  Bäumen, den Abbau von Parkplätzen, den befürchteten Geschäftsleerstand und die Schutzstreifen für Radfahrer.

Besonders heftig wird das Wegfallen der 35 Parkplätze kritisiert. Die Angst ist, dass nicht mehr jeder vor jedem Geschäft zum Einkaufen parken kann. Es kann allerdings nach Ansicht des ADFC nicht Ziel von Stadtplanung sein, jedem überall einen kostenlosen Parkplatz zur Verfügung zu stellen – auf Kosten aller anderen Ansprüche, die an einen Straßenraum zu stellen sind.

Der für die öffentliche Vorstellung der Pläne vorgesehene Raum im Literaturhaus war zu klein, so dass der  Tagesordnungspunkt auf einen Sondertermin verschoben wurde.

Die Sondersitzung des Regionalausschusses Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg findet statt am Montag, den 06.10.2014 in der St. Gertrudskirche, Immenhof 6, 22087 Hamburg um 19:00 Uhr. 

Alle Interessierten sind dazu eingeladen.