16.10.2011

SPD hält 18 % Radverkehrsanteil bis 2015 für unrealistisch

Von: Ulf Dietze

Der Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Andreas Rieckhof, berichtete in der Juni-Sitzung des Fahrradforums, dass im Verkehrsausschuss der Bürgerschaft weitgehend politischer Konsens bezüglich der Förderung des Fahrradverkehrs besteht. Alle Fraktionen hielten am Ziel der Verdoppelung des Radverkehrsanteils fest. Das Jahr 2015 solle weiterhin als Zeitziel »angestrebt« werden. Man müsse jedoch eingestehen, dass »dieses Zeitziel letztlich unrealistisch« sei.

Obwohl noch drei Jahre Zeit wären, wichtige Schritte zum Erreichen dieses Ziels der Radverkehrsstrategeie zu unternehmen, scheint sich hier die neue Sprachregelung anzudeuten. Denn auch auf der Landesversammlung des ADFC Hamburg äußerte sich nun Ole Thorben Buschhüter (SPD) ähnlich. Er ist SPD-Abgeordneter in der Bürgerschaft und Vorsitzender des Verkehrsausschusses.

Ole Thorben Buschhüter (SPD): »Ein ambitioniertes Ziel«

Die Radverkehrsstrategie stehe im Arbeitspapier des Senats an prominenter Stelle. Als eines der wichtigsten Ziele sei dort die Verdopplung des Radverkehrsanteils bis 2015 auf 18 % festgehalten. »Das ist aus heutiger Sicht schon ehrgeizig und ambitioniert. Die Senatsvertreter sehen das schon als etwas unrealistisch an.«

Merja Spott, Referentin für Verkehr beim ADFC, forderte Buschüter zu mehr Mut auf: »Die schönen Reden reichen nicht. So kann die SPD den Radverkehrsanteil nicht auf 18 % heben. Es geht um Platzverteilung. Zum Beispiel in der Hoheluftchaussee muss man an die Autospuren gehen, um vernünftige, sichere Radverkehrsanlagen schaffen zu können.«