05.10.2007

Vorgeschichte der Radverkehrsstrategie für Hamburg

Von: Ulf Dietze

[Update, Januar 2008:] Erstmals setzte sich eine Hamburger Regierung dann verbindliche Ziele zur Verbesserung des Radverkehrs: Am 11. Januar 2008 stellte Bausenator Gedaschko die Radverkehrsstrategie für Hamburg der Öffentlichkeit vor, der alle Fraktionen der Bürgerschaft zustimmten.

Bis 2015 sollten 18 % der Wege in Hamburg mit dem Rad zurückgelegt werden. Das bedeutete eine Verdopplung des Radverkehrsanteils. Ein weiteres Ziel war eine größere Verkehrssicherheit. Zu den Maßnahmen zählte der Ausbau stadtteilübergreifender Velorouten, die Verbesserung des Fahrradklimas und eine gesicherte Finanzierung.

[Update:] Nach der Wahl von 2008 bekräftigten die Koalitionäre CDU und GAL das Vorhaben: »Die Fahrradstrategie des Fahrradforums wird in vollem Umfang umgesetzt, der Fahrradanteil am Verkehr soll verdoppelt werden.« Im Jahr 2011 verabschiedete sich die inzwischen allein regierende SPD von den konkreten und termininierten Zielen, wollte aber im Sinne der Radstrategie weiterarbeiten.

Download: Radverkehrsstrategie Hamburg (PDF, 295 KB)

Im deutschlandweiten Fahrradklimatest 2005 landete Hamburg unter den Großstädten an letzter Stelle. 2006 besuchten auf Einladung des ADFC Hamburg die verkehrspolitischen Sprecher der Bürgerschaftsparteien und Behördenvertreter von BSU und Verkehrsdirektion die Fahrradstadt Kiel. Kiel erreichte beim Fahrradklimatest den zweiten Platz gleich hinter Münster. Ein wesentlicher Baustein für Kiels Erfolg ist die Arbeit des Fahrradforums.

Nach dem schlechten Abschneiden im Fahrradklimatest forderte der ADFC auch für Hamburg die Einrichtung eines Fahrradforums. Gemeinsam sollten darin Parteien, Verbände, Behörden und die Polizei über geeignete Lösungen beraten und ein Konzept für die neue Radverkehrspolitk entwickeln. Wir setzten uns ein für ein Konzept, das planvolles Handeln für eine nachhaltige Radverkehrsförderung ermöglicht. Dazu gehört ein völlig neuer Ansatz bei baulichen Investitionen ("Radfahrstreifen statt Radwege"), gerechte Ampelschaltungen, Öffentlichkeitsarbeit pro Radfahren und eine Steigerung der subjektiven und objektiven Sicherheit des Radfahrens.

Die Politik griff 2006 das Thema auf. Auf Antrag einiger CDU-Politiker beschloss die Bürgerschaft ein Radverkehrskonzept für Hamburg zu entwickeln. Im Jahr 2007 entwickelten Vertreter von Parteien, Behörden und Verbänden im neuen Fahrradforum gemeinsam das Gerüst für die "Radverkehrsstrategie für Hamburg". Die ADFC-Vertreter konnten viele ihrer Forderungen in das Papier einbringen.