08.09.2011

»Benutzungspflicht aufgehoben« – Köln informiert Verkehrsteilnehmer

Von: Ulf Dietze

Wenn man den Menschen Neues mitteilen will, macht man Öffentlichkeitsarbeit. Köln zeigt jetzt, was Hamburg seit 14 Jahren weitgehend versäumt.

Mit diesem Verkehrsschild klärt die Stadt auf.
Wahlfreiheit: Ab sofort kann der Radfahrende entscheiden, ob er auf dem Radweg oder auf der Fahrbahn fährt. (Fotos: ADFC Köln/Joachim Schalke)

Seit Oktober 1998 fahren Radfahrer auf der Fahrbahn. Nur im Ausnahmefall darf ein blaues Schild am Radweg stehen und eine Benutzungspflicht anordnen. Seit dreizehn Jahren gilt das. Aber noch heute hupen Autofahrer tagtäglich auf Hamburgs Straßen Radfahrende an, gestikulieren wild mit verschiedenen Fingern und verweisen auf den Radweg.

Ein Gespräch mit diesen Führerscheininhabern erweist sich i. d. R. als wenig ergibig. Die Meinung, jeder Radweg müsse benutzt werden und Radfahrer hätten auf der Fahrbahn nichts zu suchen, ist tradiertes Autofahrerhalbwissen. Aufklärung durch öffentliche Stellen wäre nötig. Diese Position vertritt der ADFC auch gegenüber den Behörden – und zwar seit 14 Jahren.

Die Stadt Köln macht jetzt vor, wie man Autofahrende mit einfachen Mitteln darauf hinweist, dass Radfahrer auf der Fahrbahn richtig aufgehoben sind. Hinweistafeln sagen: »Benutzungspflicht hier aufgehoben! Radverkehr auf der Fahrbahn ist zulässig!« Die Schilder sind zunächst für drei Monate an der Krefelder Straße postiert, deren Benutzungspflicht jüngst aufgehoben wurde.

Für Hamburg kann man sich die Nachahmung nur wünschen.