09.06.2013

Pflastersteinsparer (19)

Von: Ulf Dietze
In den 60ern meinten manche, so etwas diene der Verkehrssicherheit ...
In den 60ern meinten manche, so etwas diene der Verkehrssicherheit ...
Die von der Bezirksversammlung beschlossene Planung sah 1,6 m breite Radwege vor.
Die von der Bezirksversammlung beschlossene Planung sah 1,6 m breite Radwege vor.

Ein neuer Radweg mit 70 cm Breite. Förderung des Radverkehrs im Bergedorf-Style ...

Im Herbst eröffnet ein Baumarkt an der Ecke Kurt-A.-Körber-Chaussee/Sander Damm. Dafür ließ der Bezirk Bergedorf eine Linksabbiegespur errichten (nicht auf dem Foto). Im Zuge des Straßenumbaus wurde auch die vorhandene Rechtsabbiegespur von der KAK-Chaussee in den Sander Damm erheblich verlängert.
Kollateralschaden für den vorhandenen Radweg: Er misst nun nur noch 70 cm Breite. Der Radweg ist zwar nicht benutzungspflichtig, muss aber nach geltendem Recht trotzdem dem Stand der Technik genügen.

Für wen soll das gut sein?

Wenn man annimmt, dass um ihre Verkehrssicherheit wissende RadfahrerInnen ohnehin hier meist die Fahrbahn benutzen, dann sind die Radwege von den Entscheidern sicherlich insbesondere für "die schwächeren Radfahrenden" gedacht. Die fahren hier (verbotenerweise) im Zweirichtungsverkehr auf dem Radweg. Das ist schon äußerst gefährlich. Und bei 70 cm Breite wird es bestimmt nicht besser.

Wer hat die 90 cm geklaut?

Die Grünen in der Bezirksversammlung Bergedorf stellten Ende Mai eine Große Anfrage, in der sie insbesondere zu ergründen versuchen, wie es zu diesem schmalen Radweg kam. Denn die Bezirksversammlung hatte eine ganz andere Planung gesehen und beschlossen. – Damals waren beidseitig 1,6 m breite Radwege vorgesehen.

(Infos und Fotos von Reinhold Reumann, ADFC-Bezirksgruppe Bergedorf)