05.08.2014

Stummelradweg statt Ampelschaltung

Von: Andrea Kupke, Ulf Dietze

Steilshooper Straße. Nördlich der Habichtstraße wurde die Radwegebenutzungspflicht 2008 aufgehoben, südlich der Habichtstraße im Jahr 2010. Denn: In dieser Straße ist eine Radwegebenutzungspflicht nicht zu rechtfertigen.

Steilshooper Straße/Habichtstraße: Radwege in beiden Richtungen im Knotenbereich benutzungspflichtig (Karte: ADFC-Radplan Hamburg)

Die Ampeln der Steilshooper Straße über die Habichtstraße warten seit Jahren auf eine radfahrgerechte Schaltung. Für Radfahrende auf der Fahrbahn reichten die Räumzeiten aktuell nicht aus, heißt es aus der Straßenverkehrsbehörde. Daher müssten die Radwege innerhalb der Kreuzung weiterhin benutzungspflichtig sein. Man habe es bislang nicht geschafft, die Schaltung radfahrgerecht anzupassen.

Radfahrt bislang

Wer aus südlicher Richtung an den Knoten Habichtstraße heranfährt, tut dies korrekt einzig auf der Fahrbahn, muss dann über eine Grundstückszufahrt auf einen benutzungspflichtigen Stummelradweg, der hinter der Kreuzung gleich wieder endet. Innerhalb der Kreuzung führt dieser Radweg im Zickzack über eine Dreiecksinsel. Dabei entstehen Konfliktstellen, die es bei durchgehender Fahrt auf der Fahrbahn nicht gegeben hätte.

Radfahrt neu (beachte den Unterschied!)

Yepee! Nun also "Zwangsradweg mit Aufleitung" – ein echter Fortschritt?!

Wer aus südlicher Richtung an den Knoten Habichtstraße heranfährt, tut dies korrekt einzig auf der Fahrbahn, muss dann über eine Radwegaufleitung auf einen benutzungspflichtigen Stummelradweg, der hinter der Kreuzung gleich wieder endet. Innerhalb der Kreuzung führt dieser Radweg im Zickzack über eine Dreiecksinsel. Dabei entstehen Konfliktstellen, die es bei durchgehender Fahrt auf der Fahrbahn nicht gegeben hätte.

Sie haben es bemerkt: Anstatt nun endlich die Ampeln radfahrgerecht zu schalten, baute die Tiefbauabteilung eine neue Radwegaufleitung, um den unhaltbaren Zustand festzuschreiben.

Eine aus dem Norden kommende RadlerIn beglückt die Straßenverkehrsbehörde mit einer Benutzungspflicht entlang von parkenden Autos ("We love dooring") ...
... und einem Zick-Zack-Kurs, der (Achtung, Ironie) Übersichtlichkeit und angenehmen Fahrkomfort verspricht (rote Linie). Man könnte auch einfach auf der Fahrbahn fahren, um sicher und komfortabel voranzukommen (grüne Linie).

Kurzer Blick aus dem Norden

Aus nördlicher Richtung ist die Lage übrigens nicht besser. Auch dort gibt es die Benutzungspflicht im letzten Radwegabschnitt, weil die Ampel nicht umprogrammiert ist.

 

 

 

Zwangsradweg statt Ampelschaltung

Mehr als sechs Jahre Zeit sind also nicht genug, um eine Ampelanlage den Anforderungen des Radverkehrs entsprechend umzuprogrammieren und damit dem Recht zu genügen, dass eine Benutzungspflicht in dieser Straße nicht haltbar ist. Stattdessen jetzt also eine neue Aufleitung auf den Radweg.

Übrigens: Der Bezirk HH-Nord hat sich gerade eine Radverkehrsstrategie schreiben lassen. Im Vorwort steht: »Ziel ist die Erhöhung der Sicherheit und der Verkehrsqualität für Radfahrer.«