01.07.2014

Erneuerung Osterstraße

Von: Jens Deye, Merja Spott

Am Donnerstag, dem 3. Juli findet um 19:00 Uhr im Hamburg-Haus am Doormannsweg die zweite öffentliche Informationsveranstaltung zum Umbau der Osterstraße statt. Der Bezirk wird dort die Ergebnisse der Bürgerbefragung präsentieren, erste Ideen für die kommende Umsetzung vorstellen und erneut den Dialog mit den Bürgern suchen. Wir laden alle Radfahrer ein, teilzunehmen und ihre Interessen bei der Veranstaltung zu äußern.

Osterstraße: Bauabschnitt 1 und 2 zwischen Methfesselstraße und Schulweg, Quelle:ADFC Fahrradstadtplan

Bei der Bürgerbefragung hat die ADFC Bezirksgruppe Eimsbüttel bereits Vorschläge eingebracht. Unsere wichtigsten Forderungen:

1. Schutzstreifen oder Radfahrstreifen mit Regelmaßen (1,5m bzw. 1,85m)
Durch die Führung auf der Fahrbahn werden die Radfahrer besser von Autofahren gesehen. Konflikte mit Fußgängern entfallen. Das erhöht die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.

  • Zu parkenden Autos muss ein Sicherheitsabstand von 0,75m bis 1m eingehalten werden. Nur dann sind Radfahrer vor Autotüren geschützt, die plötzlich geöffnet werden.
  • Auf dem ansteigenden Abschnitt zwischen Gärtnerstraße und Emilienstraße sollte der Radfahrstreifen mindestens 2,3 m breit sein. Durch das Gefälle ist mit größeren Geschwindigkeitsdifferenzen unter den Radfahrern zu rechnen. Hier muss das gegenseitige Überholen ermöglicht werden.
  • Planungen für die Abschnitte außerhalb des Planungsbereiches im Norden bis zur Kieler Straße und im Süden bis zur Straße An der Verbindungsbahn müssen zeitnah erfolgen.


2. Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit auf dem gesamten Streckenabschnitt

Durch die geringe Geschwindigkeit des Kfz-Verkehrs werden Aufenthaltsqualität und Verkehrssicherheit entscheidend verbessert.

  • Der Verkehrslärm sinkt bei einer Reduzierung von Tempo 50 auf Tempo 30 so stark, wie bei einer Halbierung der Verkehrsmenge.
  • Das Unfallrisiko sinkt durch die Verringerung der Bremswege entscheidend. Unfallfolgen sind weniger schwerwiegend.
  • Bei einem Zusammenstoß mit 50km/h liegt die Gefahr tödlich zu verunglücken bei 80%, bei 30km/h nur noch bei 20%.


3. Minikreisel für die Kreuzungen: Methfesselstraße / Osterstraße, Heußweg / Stellinger Weg, Emilienstraße / Osterstraße

Minikreisel sind sicher und reduzieren für alle Fahrzeuge die Wartezeiten, da es keine roten Ampeln gibt. Durch Zebrastreifen wird Fußgängern der Vorrang gewährt. Radfahrer können sich in den Kreisel einfädeln. Durch die Führung auf der Fahrbahn werden sie als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer wahrgenommen.

4. Mehr Abstellanlagen für Fahrräder schaffen

  • Vor Geschäften und ÖPNV-Haltepunkten fehlen dezentrale Fahrradbügel und größere Abstellanlagen. Bei deren Planung und Bau ist zu berücksichtigen, dass in Zukunft mehr Lastenräder genutzt werden.
  • Fahrradbügel können eingesetzt werden, um regelwidriges Kfz-Parken zu verhindern. Dadurch werden die Sichtbeziehungen an Kreuzungen verbessert, die Verkehrssicherheit steigt.
  • Fahrradbügel sollten Kfz-Stellplätze ersetzen. Wo ein Auto parkt, können bis zu acht Räder stehen.
  • An zentralen Standorten sollten weitere Stadtradstationen eingerichtet werden.
Platz für Abstellbügel am U-Bahnhof Osterstrasse
Platz für Abstellbügel am U-Bahnhof Osterstrasse, Foto: Wenke Kusche

Beispiel:
An der U-Bahnstation Osterstraße können zahlreiche neue und überdachte Fahrradbügel vor dem Schaufenster von Karstadt im Heußweg eingerichtet werden. So kann der Bedarf an Langzeit-Stellplätzen an der U-Bahn-Station gedeckt werden.

5. Falschparken

  • Ladezonen müssen ausgewiesen werden, damit Lieferfahrzeuge nicht widerrechtlich auf Schutz- und Radfahrstreifen abgestellt werden.
  • Für den gesamten Streckenabschnitt ist eine sehr regelmäßige und konsequente Überwachung durchzuführen. Besonders für die erste Zeit nach dem Umbau ist eine systematische und verstärkte Parkraumüberwachung notwendig.
Diagonalsperre, Foto: S. Elfferding
Diagonalsperre, Foto: S. Elfferding

6. Diagonalsperre auf der Kreuzung Schwenckestraße / Osterstraße

Die Qualität des Radfahrens und die Aufenthaltsqualität im Zentrum von Eimsbüttel können weiter erhöht werden, wenn weniger Kfz-Verkehr über die Osterstraße abgewickelt wird. Eine Diagonalsperre auf der Kreuzung Schwenckestraße / Osterstraße würde den Durchgangsverkehr reduzieren, ohne den Verlauf der Metrobuslinie 4 zu behindern. Mit der Diagonalsperre könnte der nördliche Teil der Osterstraße eine Tempo-30-Zone umgewandelt werden. Dann wären dort keine weiteren Investitionen in die Radverkehrsinfrastruktur notwendig.Eine Diagonalsperre kann mit deutlich begrenztem Aufwand auch Versuchsweise für einige Monate eingerichtet werden. Dass sollte noch vor dem Beginn der Bauarbeiten im Abschnitt 1 erfolgen.

Öffentliche Informationsveranstaltung:
3. Juli 2014, 19 Uhr, Hamburg-Haus, Doormannsweg 12


Weiterführende Links:
Seite des Bezirk Eimsbüttel zur Stadtraumerneuerung Osterstraße
Seite der Inittiative: Autofreie Osterstraße
Interview des Initiators der Initiative Autofreie Osterstraße