27.01.2013

Runder Tisch zum Verkehr im Mühlenkamp

Von: Andrea Kupke, Ulf Dietze
Die Gehwege im Mühlenkamp sind zu schmal.
Die Gehwege im Mühlenkamp sind schmal. Geschäfte, Cafés, Lieferverkehr und abgestellte Fahrräder engen den Bewegungsraum noch weiter ein. Trotzdem fahren einige ängstliche Radfahrende auf diesen Gehwegen – und tun weder sich noch anderen einen Gefallen damit.

Am 24. Januar lud der Regionalausschuss (RegA) Eppendorf/Winterhude zu einem Runden Tisch im Goldbekhaus ein. Es ging um eine mögliche Umgestaltung des Mühlenkamp in Winterhude. Geladen waren Vertreter aller Parteien des Ausschusses sowie von ADAC, HVV, Polizei, Bezirksamt (Tiefbau) und ADFC sowie interessierte Anwohnerinnen und Anwohner. Von der Polizei war leider niemand erschienen.

In dem vorangegangenen Antrag der CDU-Fraktion wurden zwei zentrale Fragen aufgeworfen:

  • Wie kann der Autoverkehr am Mühlenkamp »flüssiger« gestaltet werden?
  • Wie kann der Radverkehr am Mühlenkamp attraktiver werden?

Aus ADFC-Sicht fehlt dabei die Suche nach attraktiveren Möglichkeiten für Fußgänger, also einer Verbesserung der Aufenthaltsqualität – ein Punkt, der bei aktuellen Diskussionen um die Stadtentwicklung nicht fehlen darf. Die Gehwege sind durchweg viel zu schmal für eine Straße mit dieser Nutzung (siehe Diashow auf dieser Seite). Die Betreiber der Gastronomie haben bereits kreative Lösungen für schmale Sitzmöbel und Tische gefunden.

 

 

Die Straße teilen

Der ADFC schlägt vor, die Attraktivität der Straße für den ÖPNV, Cafés, FußgängerInnen, RadfahrerInnen und AnwohnerInnen zu erhöhen: Eine Sperrung des Mühlenkamp zwischen Gertigstraße und Poelchaukamp für den privaten, motorisierten Verkehr schafft Platz für breite Gehwege, sichere Radverbindungen und einen zügigen Busverkehr im gesamten Straßenverlauf. Selbstverständlich wäre dafür das Mühlenkampviertel etwas großräumiger zu betrachten, so gehörte etwa eine Umwidmung der Sierichstraße in eine Zweirichtungsstraße dazu.

Für so eine Lösung ist Winterhude noch nicht bereit, das zeigte sich an dem Abend. Der Mühlenkamp müsse Durchgangsstraße bleiben, die traditionelle Angst vor wegfallenden Kundenparkplätzen wurde geäußert und eine bereits einsetzende Entwicklung des Mobilitätsverhaltens weg vom Auto schlicht geleugnet.

Eine Bürgerinitiative »Unser Mühlenkamp« hatte vorab ein Konzept vorgelegt, das als wichtigste Neuerung Radfahrstreifen vorsieht. Darauf konnten sich prinzipiell alle Diskutanten einlassen. Bei diesem Plan sollen die Radfahrstreifen auch das Parken in zweiter Reihe verhindern und dafür sorgen, dass auf den Gehwegen nicht wie bislang geradelt wird.

Ob und ggf. wieviele Kurzzeitparkplätze eingerichtet werden und ob bei der Radfahrstreifenlösung überhaupt breitere Gehwege herauskommen, blieb noch unklar. Der RegA berät nun über das weitere Vorgehen und schließt die Einrichtung einer Planungswerkstatt nicht aus, für die allerdings noch die Mittel gesucht werden.

mehr lesen:
Zur Situation im Mühlenkamp gab es bereits am 12. Juli 2012 eine Diskussionsveranstaltung.