09.02.2016

Läuft! – Hintergrund

Mit der Kampagne »Läuft!« setzt sich der Hamburger ADFC dafür ein, Hamburg lebenswerter zu machen. Schöner zu wohnen, ruhige, saubere Umwelt zu genießen, sicher unterwegs zu sein und doch immer zügig voranzukommen soll kein Wunsch bleiben. Tempo 30 bietet eine naheliegende Lösung.

Schon jetzt setzen sich viele Hamburger aktiv für ein lebenswerteres Hamburg ein. Sei es in Stadtteilinitiativen, die sich für die Lebensqualität in ihren Quartieren engagieren oder bei der Unterstützung von Umweltorganisationen, die Lärm und Luftverschmutzung bekämpfen. Für zügigen und sicheren Verkehr kämpfen darüber hinaus große und kleine Verbände wie ADAC, VCD oder Fuss e.V. Zusammen repräsentieren sie rund eine Millionen Bürger – eine Mehrheit in der Stadt. Mit der neuen Kampagne »Läuft!« setzt sich der Hamburger ADFC dafür ein, das Leben in Hamburg noch lebenswerter zu machen. Tempo 30 ist eine naheliegende Lösung, um sicher unterwegs zu sein, dabei zügig voranzukommen und gleichzeitig eine ruhige, saubere Umwelt zu fördern.

Schön

In Ruhe ausschlafen, Frühstücken im Sonnenschein auf Balkon oder Terrasse - oder lieber im Straßencafé? Schaufensterbummel oder ein Spaziergang im Schatten der Straßenbäume? Das geht nur, wenn Verkehrsbelastungen und Flächenverbrauch auf ein verträgliches Maß reduziert sind. Dem Umfeld angepasste Geschwindigkeiten wie in Einkaufszonen, Fahrradstraßen oder bei Tempo 30 machen es möglich: Der Straßenraum kann als Lebens- und Begegnungszone genutzt werden. Davon profitieren nicht nur die Anwohner und Besucher der jeweiligen Straße. Auch der Einzelhandel, Gastronomie- und Freizeitangebote profitieren, das gesamte Umfeld gewinnt an Lebensqualität - Läuft!

Sauber

Langsameres Fahren geht einher mit weniger Lärm und mehr Sauberkeit. Ein Modellversuch in Frankfurt - nachts Tempo 30 an ausgewählten Hauptverkehrsstraßen - resultierte in einer beträchtlichen Verringerung der Lärmbelastung (Quelle: Frankfurter Neue Presse). Eine einfache Maßnahme, um die Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlafstörungen der Anwohner zu senken. Die zu hohe Feinstaubbelastung in Hamburg ist ein seit Jahren präsentes Thema. Schon seit mehr als zehn Jahren werden an einigen Hamburger Straßenzügen stark erhöhte Stickstoff-Konzentrationen in der Atemluft gemessen. 2014 wurde der Senat deswegen rechtskräftig verurteilt. Mit Tempo 30 könnte in Hamburg zu einer geringeren Feinstaubbelastung beigetragen werden. Im Dezember forderte auch das Umweltbundesamt ein generelles Tempolimit von dreißig Stundenkilometern in Innenstädten, um die zu hohen Stickstoffoxid-Werte in den Städten zu senken und damit das Risiko schwerer Atemwegserkrankungen zu vermindern (Quelle: Spiegel Online).

Schnell

Zügiges Vorankommen in der Stadt ist vielen ein Anliegen. Dabei führen stark unterschiedliche Geschwindigkeiten der einzelnen Verkehrsteilnehmer zu Gedränge, gefährlichen Situationen und Staus. Flüssiger Verkehr und rasches Fortbewegen sind damit kaum möglich. Je gleichmäßiger der gesamte Verkehrsstrom sich bewegt, um so flüssiger geht es voran. Bei niedrigeren Höchstgeschwindigkeiten wird der vermeintliche Zeitverlust auf der Strecke durch weniger Stop-and-Go wieder ausgeglichen.

Sicher

Quelle: Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V.

Entspannte und sichere Fortbewegung in der Stadt wird durch eine angepasste Geschwindigkeit unterstützt. So zeigen Untersuchungen, dass in Tempo-30-Zonen 40 % weniger Unfälle passieren als in vergleichbaren Zonen mit Tempo 50. (Quelle: Prof. Limbourg: Die Auswirkungen von Tempo 30 auf die Verkehrssicherheit, PDF) Nicht nur Reaktions- und Bremswege sind kürzer, es ist auch eine bessere Kommunikation zwischen den Verkehrsteilnehmern möglich. Gerade Kinder und Senioren können mit langsameren Fahrzeugen besser umgehen, werden im Gegenzug besser wahrgenommen. Besonders anschaulich zeigt die folgende Grafik, wie sich die Unfallschwere mit sinkender Geschwindigkeit verringert.