11.04.2012

Veloroute 6 in Bau

Von: Ulf Dietze

Im Bereich Uferstraße – Lortzingstraße (Hamburg Eilbek) tut sich etwas: Der Bau der Veloroute 6 schreitet voran.

Lortzingstraße, Hamburg
Die Lortzingstraße bekommt Asphalt statt des alten Pflasterbelags. An Einmündungen wie z. B. der Bürgerstraße ist die Vorfahrt durch Bordkanten und Aufpflasterungen verdeutlicht.
von-Essen-Straße, Hamburg
Eine vollkommen neue Führung in Form einer S-Kurve verbindet Lortzingstraße (außerhalb des Fotos rechts) und Uferstraße (außerhalb des Bilds links) komfortabel. Der Straßenraum gewinnt hier durch die neue Gestaltung insgesamt an Attraktivität.
Uferstraße, Hamburg
So sieht der Blick auf die Veloroute für den Verkehrsteilnehmer aus dem Heinskamp aus: Eine Aufpflasterung verdeutlicht die Vorfahrt der quer fahrenden RadfahrerInnen; durch geschickt angeordnete Fahrradbügel bleiben die Sichtbeziehungen im Knotenbereich frei.
Uferstraße/Wagnerstraße, Hamburg
Uferstraße/Wagnerstraße: Hier kreuzt die Veloroute eine vorfahrtberechtigte Straße. Eine Aufpflasterung ist hier überflüssig und bezüglich der Zielsetzungen auf einer Veloroute sogar nachteilig.

Nach Ansicht des ADFC ist die Investition in Velorouten gut angelegtes Geld. Velorouten sind stadtteilübergreifende Verbindungen, die sicher, attraktiv und zügig zu befahren sind. Sie haben eine Breite, die Radfahrern auch das Überholen bequem erlaubt und höhere Fahrgeschwindigkeiten zulässt. Velorouten mit gutem Ausbaustandard sind also eine Voraussetzung, um den Radverkehrsanteil nennenswert zu erhöhen.

Die Veloroute 6 führt u. a. durch den Eilbekpark. Im Anschluss geht es über die Lortzingstraße und die Uferstraße weiter Richtung Mundsburger Brücke.

Für Hamburg noch ungewöhnlich ist die vorfahrtberechtigte Führung der Radfahrenden auf dieser Strecke: Autofahrer aus den Nebenstraßen haben Vorrrang zu gewähren. Aufpflasterungen aus den Nebenstraßen weisen darauf zusätzlich hin. Lediglich über die Friedrichsberger Straße, die Wagnerstraße und die Richardstraße müssen Radfahrende die Vorfahrt gewähren. Zukünftig sollen Uferstraße und Lortzingstraße als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Radfahrer dürfen dort dann offiziell nebeneinander fahren.

Ein jetzt bereits erkennbarer Mangel an der neuen Route ist, dass es auch dort Aufpflasterungen gibt, wo Radfahrer dem Autoverkehr Vorfahrt gewähren müssen. Statt diese so zu gestalten, dass seitliche Durchlässe eine unbehinderte Fahrt erlauben (Kölner Kissen, Moabiter Kissen), muss der Radfahrende über die gesamte Fahrbahnbreite eine relativ steile Rampe in Kauf nehmen, was den Fahrkomfort deutlich mindert.

Solche Hindernisse widersprechen dem Grundprinzip einer Veloroute, wonach diese u. a. attraktiv sein soll. Den fahrphysikalischen Eigenschaften des Fahrrads wird die Planung dieser Veloroute daher gerecht, wo Kopfsteinpflaster durch Asphalt ersetzt wurde. Es ist allerdings absurd, dass an den Einmündungen anschließend mit künstlichen Hindernissen dieser so gewonnene Komfort wieder genommen wird.

Die Veloroute befindet sich weiterhin im Bau.

Veloroute 6 auf den Seiten der Verkehrsbehörde  
ADFC-Position Velorouten – unser Positionspapier vom November 2009
[Update, 24.06.2012:] Fahrradstraßen – künftig häufiger eingesetzt (Verkehrsbehörde)