18.04.2016

Der Wandsewanderweg

Von: Online-Redaktion

Manche fordern, statt der Walddörferstraße den Wandsewanderweg zur Veloroute auszubauen. Der sei bereits vorhanden und dann könnten andere mit ihren Autos weiterhin uneingeschränkt die Walddörferstraße befahren.

Eine Veloroute verbindet stadtteilübergreifend wichtige Radverkehrsquell- und -zielgebiete. In seinem Positionspapier Velorouten definiert der ADFC Hamburg:

  • Eine Veloroute ist für Strecken mit hohem Radverkehrspotenzial konzipiert.
  • Sie ermöglicht eine zügige Reisegeschwindigkeit durch angepasste Ampelschaltungen und geeignete Führung des Radverkehrs insbesondere an den Knotenpunkten.
  • Auch bei hohen Geschwindigkeiten ist sicheres Fahren möglich.

Attraktiv sind die Routen durch geringes bis gar kein Kfz-Aufkommen, guten Belag und die Möglichkeit, auch große Distanzen zurückzulegen. Im Nebenstraßennetz sollten sie daher vor dem Autoverkehr bevorrechtigt sein. Soweit der Idealfall.

Gegen eine Veloroute entlang des Wandse-Verlaufs spricht:

  • streckenweise nicht ausreichend breit,
  • hat eine Oberfläche, die bei Regen und danach schlecht nutzbar ist und bei Schneefall nicht geräumt wird,
  • würde die erhohlungssuchenden FußgängerInnen stören,
  • ist nachts nicht sozial sicher,
  • große Straßen, die im Verlauf zu queren sind, können nicht oder nur sehr zeitaufwändig oder unsicher überwunden werden,
  • die Strecke ist gut einen Kilometer länger (7,6 km von S-Friedrichsberg bis Berner Heerweg/Rahlstedter Weg) als die Route entlang der Walddörferstraße (6,2 km).

Aus diesen und anderen Gründen entschied sich das Fahrradforum Wandsbek für eine Veloroute durch die Walddörferstraße.

Hauswirtschaft (CC 4.0)
Der Radschnellweg Ruhr an der Stadtgrenze Essen/Mülheim im Juni 2015. Hier noch mit nicht standardgerechtem Gehwegbelag.

Wie müsste ein Weg durch den Park aussehen?

Zum Vergleich zu den unten folgenden Fotos des Wandsewanderwegs zeigen wir hier ein Bild vom Radschnellweg Ruhr. Ein ganz so hoher Ausbaustand wird zwar an eine städtische Veloroute durch einen Grünzug nicht gelegt. Asphaltoberfläche, Trennung von Fuß- und Radverkehr sowie Beleuchtung sind allerdings auch hier Mindestvoraussetzungen für eine Veloroute für den Alltagsverkehr.

Für einen regelgerechten Ausbau einer Veloroute, die im Zweirichtungsverkehr durch einen Park verläuft, ist eine Mindestbreite von 3-4 m vorzusehen, daneben eine deutliche bauliche Trennung mit Beleuchtung, daneben der Gehweg von 3 m Breite (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) 2010).

Problematisch bleibt bei solchen selbstständig geführten Radwegen (also abseits des Straßenverlaufs) die soziale Sicherheit. So findet der Berufsverkehr oder der morgendliche Schulweg im Winterhalbjahr oft noch bei Dunkelheit statt.

Fotodokumentation

Unser Fotograf hat die Strecke des Wandsewanderwegs von Ost nach West dokumentiert. Die Bilder entstanden an einem kalten, diesigen Wintertag Ende Februar 2016 zwischen 10:30 und 11:15 Uhr. Bei besserem Wetter und zu anderen Tageszeiten – ganz besonders am Wochenende – sind auf dem Weg deutlich mehr SpaziergängerInnen, davon viele mit Kinderwagen, Rollatoren und Hunden, unterwegs.

Unsere Karte zeigt den Verlauf der Walddörferstraße und jenen des Wandsewanderwegs

Kupferdamm bis Nordmarkstraße

Vom Kupferdamm stadteinwärts führt der Wandsewanderweg zunächst kurvenreich und oft sehr schmal durch Feuchtgebiete entlang der Berner Au, die sich schon bald mit der Wandse vereinigt. Danach geht es am linken Ufer überwiegend geradeaus, aber auch der Weg am rechten Wandseufer kann befahren werden.

Kupferdamm
Nordmarkstraße

Nordmarkstraße bis Öhlmühlenweg

Nach der Querung der Nordmarkstraße folgt eine schlecht einsehbare Links-rechts-Kombination mit leichtem Gefälle, anschließend eine Gefahrenstelle in Form einer schmalen Brücke mit Gefälle/Steigung. Radfahrer werden hier schnell: die einen, weil sie bergab fahren, die anderen, weil sie für die Steigung Schwung nehmen. Es gibt Konflikte mit Gegenverkehr und Fußgängern. Der restliche Verlauf ist übersichtlich. Nach einer weiteren Brücke muss man am vierspurigen Ölmühlenweg anhalten und an der Bettelampel auf Grün warten.

Nordmarkstraße
Öhlmühlenweg

Öhlmühlenweg bis Wandsbeker Allee (Ring 2)

Über weitere drei Brücken und vier Straßenquerungen, eine davon mit Bettelampel, schlängelt sich der Wanderweg entlang der Wandse und einiger Rückhaltebecken bis zur Wandsbeker Allee (Ring 2). Eine direkte Querung fehlt hier, sieht man von dem für Radfahrende umkomfortablen Fußgängertunnel mit seinen Treppenstufen ab. Eine spontane Überquerung ist bei dem Autoverkehrsaufkommen ebenfalls nicht ratsam. Etwas weiter in Richtung Wandsbek Markt gibt es zwar eine Kreuzung mit Ampel. Da man linke Radwege nicht befahren darf, ist die Kreuzung aber nur in Richtung West-Ost nutzbar und ohnehin ein unattraktiver Umweg.

entlang Hogrevestraße
Wendemutstraße
Wandsbeker Allee

Wandsbeker Allee (Ring 2) bis Bhf. Friedrichsberg

Enge Biegungen, schmale Wege, teils sehr matschiger Untergrund, teils Passagen mit Kopfsteinpflaster machen diesen Abschnitt für Radfahrende unattraktiv. Ausgangs der Parkanlage am Mühlenteich steht die Querung der Kreuzung Stormarner Straße/Krausestraße bevor. Erst danach führt die Route zügig über die Veloroute 6 durch das Eilbektal.

Wandsbeker Allee
Litzowstraße, Lengerckestraße
Von-Hein-Straße
Von-Hein-Straße
Krausestraße